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SCHÄRDING. In der Passauerstraße in Schärding, beim ehemaligen Danner-Areal, soll ein neues Wohnhausprojekt umgesetzt werden. Anrainer und der Verschönerungsverein „Unser Schärding“ äußern ihren Unmut über die Pläne. Das beauftragte Architekturbüro weist die Vorwürfe zurück. Bürgermeister Günter Streicher kann beide Seiten verstehen, die letzte Bauverhandlung wurde verschoben.

So soll der Bau im Kreuzungsbereich der Passauer Straße in Schärding aussehen. (Foto: Architekturbüro Sedelmaier)

In der Bauverhandlung am 12. September wurde bereits hitzig über das Großprojekt debattiert und vor allem die Dimensionen des Baus kritisiert. „Auch der Verschönerungsverein 'Unser Schärding' spricht sich ganz klar gegen dieses Riesenprojekt aus und hat den Bürgermeister an Ort und Stelle vor allen Beteiligten aufgerufen, diesem Projekt als erster Bauinstanz nicht zuzustimmen und stattdessen dort ein Jugendzentrum für die Schärdinger Jugend einzurichten“, erklärt Richard Armstark vom Verschönerungsverein, der das Projekt als „Panzerkreuzer-Bau“ bezeichnet. Ebenso kritisiert wird der Eingriff in das historische Stadtbild und ein erhöhtes Verkehrsaufkommen.

Streicher sieht positive und negative Aspekte

Das neue Wohngebäude soll fünfgeschossig sein und 19 Wohneinheiten sowie 22 Stellplätzen Platz bieten. Schärdings Bürgermeister Günter Streicher (SPÖ) sieht sowohl positive als auch negative Seiten des Bauvorhabens. „Es ist ein sehr interessantes Projekt. Die vorgestellte Variante mit dem grünen Bewuchs am Dach und an den Wänden wäre eine ganze neue Bauvariante für Schärding“, ebenso sieht Streicher den Klimaschutzgedanken beim Projekt sehr ausgeprägt. Als negativ bezeichnet Schärdings Stadtoberhaupt die Situation an der historischen Stadtmauer im Seilergraben sowie die überdimensionale Größe des Bauwerks. Streicher erklärte gegenüber Tips auch, dass bereits massive schriftliche Einwände gegen das Projekt an ihn herangetragen wurden.

Zur Idee Armstarks stattdessen ein Jugendzentrum an Ort und Stelle zur errichten, kann Streicher nicht viel sagen, da der Grundeigentümer eben diese Bauvorhaben eingebracht habe, obgleich er eine solche Einrichtung in Schärding natürlich begrüßen würde. Wolfgang Sedelmaier vom beauftragten Architekturbüro Sedelmaier weist die Vorwürfe der überdimensionalen Bauweise entschieden zurück: „Im Detail erkennt man, dass das Wohngebäude lediglich aus einem Garagengeschoß im Hochwasserbereich, zwei Wohngeschossen und zwei Dachgeschossen besteht.“ Sedelmaier kann die Einwendungen zwar individuell respektieren, hält sie aber für baurechtlich substanzlos.

So geht es weiter

Die letzte Bauverhandlung verlief laut Bürgermeister Streicher als wörtlich „kontroversiell“ und musste vertagt werden. In weiterer Folge soll sich nun der Ortsbildbeirat des Landes OÖ mit der Begutachtung des eingereichten Projekts befassen und eine entsprechende Stellungnahme abgeben. „Die Vorschläge und Auskünfte dieses Gremiums müssen abgewartet werden und anschließend wird eine Entscheidung getroffen werden. Ob es eine Baugenehmigung geben wird, kann ich aus heutiger Sicht nicht sagen“, so Schärdings Bürgermeister.


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