Umstrittenes Wohnbauprojekt: Anwohner reagieren auf Umbaupläne
SCHÄRDING. Die Diskussion um die Pläne für ein großes Wohnbauprojekt in der Passauer Straße in Schärding reißen weiter nicht ab. Nachdem sich in der vergangenen Woche die Projektverantwortlichen von Griesmaier Immobilien zu Wort gemeldet haben, um die Vorteile zu betonen, reagieren nun die Anrainer und bringen ihre Bedenken und Zweifel zum Ausdruck.

Die Bewohner Schärdings haben eine Unterschriftenaktion initiiert, bei der bislang rund 500 Unterschriften mit Stand 5. November zusammengekommen sind. Ein entscheidender Punkt, der aus Sicht der Anwohner gegen das geplante Großprojekt spricht, ist die Erhaltung des historischen Stadtbildes. Demnach würde das geplante Wohnhaus in seiner Höhe und modernen Bauweise deutlich aus dem Rahmen der historischen Gebäude in der Umgebung herausstechen. Dadurch wäre aus Sicht der Anrainer das harmonische Gesamtbild der Barockstadt gefährdet. So habe ein Schreiben des oberösterreichischen Bundesdenkmalamtes die Höhe und Mächtigkeit des Projekt bereits ebenfalls kritisch beurteilt.
Auch die geplante Begrünung der Außenfläche bürge laut der Anwohner Gefahren wie einen hohen Erhaltungsaufwand und potentiellen Probleme wie etwa eine Rattenplage. Der Erhalt des historischen Stadtbildes sei auch nicht nur eine ästhetische Angelegenheit, so die Bedenken, sondern gleichzeitig auch eine Frage kulturellen Erbes und der Identität. So fordern die Verfasser des Briefes um Harald Hanappi die Verantwortlichen dazu auf, alternative Lösungen zu prüfen, die das historische Erbe und den Charme der Barockstadt Schärding bewahren.
Wohnraum für junge Familien ungeeignet
Auch sehen die Kritiker des Projekts die 19 geplanten Eigentumswohnungen für junge Familien als ungeeignet an. Um Schärding für junge Leute lebenswert und gleichzeitig auch bezahlbar zu machen, müssten laut den Anwohnern alternative Konzepte in Betracht gezogen werden, wie etwa preislich attraktive Mietwohnungen oder auch gefördertes Wohnen. Es müsse Wohnraum geschaffen werden, der den finanziellen Möglichkeiten der jungen Menschen entspricht.
Auf Kritik stößt außerdem die Tatsache, dass das geplante Wohnhaus mit Erdgas betrieben werden soll, was gegen das Thema Nachhaltigkeit spricht.
Bestehende Gebäude revitalisieren
Harald Hanappi und seine Mitstreiter im Kampf gegen das Großprojekt regen außerdem dazu an, bestehende Gebäude in Schärding zu revitalisieren und dadurch neuen Wohnraum zu schaffen. Als Beispiel nennen sie hier etwa das leerstehende Barockgebäude. So könne das Stadtbild weiter bewahrt und darüber hinaus auch der Stadt neues Leben eingehaucht werden.
Hohes Verkaufsaufkommen
Als weiteres wichtiges Argument gegen das Projekt im historischen Seilergraben bringen die Kritiker das bereits bestehende und sich weiter verschärfende Verkehrsaufkommen in diesem Bereich ein. Bereits jetzt seien etwa Stau und langfristig parkende Busse sowie Beschädigungen an den Häusern Realität. Auch wenn das geplante Wohnhaus eine Untergeschoss-Garage vorsieht, würden sich die Probleme in Sachen Verkehrsbelastung weiter verschärfen. So sollten laut der Anwohner die Bemühungen zur Entlastung des Verkehrs Priorität haben, anstatt die bestehenden Probleme noch zu verschärfen.
Insgesamt seien die Bewohner Schärdings und die unmittelbaren Anrainer des geplanten Projekts vor allem besorgt über die Auswirkungen dieses Vorhabens auf ihre Stadt und das tägliche Leben.
So geht es weiter
Am kommenden Montag, 13. November, entscheidet nun der Ortsbildbeirat über das vieldiskutierte Projekt. Die Anrainer hoffen, dass ihre Bedenken und auch die alternativen Vorschläge bei der wichtigen Entscheidung entsprechend Gehör finden.


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