Digitale Hilfe am Krankenbett: Neues System im Schärdinger Klinikum
SCHÄRDING. Das Klinikum Schärding setzt als erstes Krankenhaus der Oberösterreichischen Gesundheitsholding (OÖG) das digitale Patientenrufsystem „Cliniserve“ flächendeckend ein. Das neue System soll die Kommunikation zwischen Patienten und Pflegepersonal direkt vom Krankenbett aus grundlegend verbessern.

Im Zentrum des neuen Systems steht eine einfache, aber wirkungsvolle Neuerung: Patienten stehen Bildschirme zur Verfügung, mit denen sie ihre Anliegen vom Bett aus eingeben können. Ob Getränke, Medikamente oder Unterstützung beim Aufstehen – die Anfragen werden automatisch an die Mobiltelefone der zuständigen Berufsgruppe weitergeleitet. Das reduziert Wege, spart Zeit und sorgt für klare Zuständigkeiten im Pflegealltag.
Die Pilotphase erfolgte im Klinikum Rohrbach. Weitere Häuser sollen jetzt schrittweise folgen.
Im Pflegealltag zeigt sich der Nutzen deutlich. Weniger Unterbrechungen und schnellere Reaktionszeiten schaffen mehr Zeit für die direkte Betreuung. „Unsere Mitarbeiter leisten tagtäglich Großartiges – moderne digitale Systeme wie Cliniserve helfen, sie im Alltag bestmöglich zu unterstützen und schaffen einen spürbaren positiven Effekt für unsere Patienten“, betonen die OÖG-Geschäftsführer Harald Schöffl und Karl Lehner.
Erfolgreicher Testlauf
Im Klinikum Schärding sind bereits alle Stationen mit dem System ausgestattet, dazu wurden 166 Terminals installiert. Patienten und Mitarbeitern nehmen es gut an. In den ersten drei Wochen wurden rund 600 Anfragen registriert – der Großteil davon war pflegerischer Natur und beinhaltete etwa Schmerzmeldungen oder Hinweise auf leere Infusionen. Andere Anliegen konnten direkt vom Servicepersonal übernommen werden, wodurch Pflegekräfte zusätzlich entlastet werden.
„Cliniserve entlastet unsere Pflegekräfte nachhaltig. Durch die digitale Aufgabenverteilung wird automatisch die richtige Berufsgruppe angesprochen“, betont Pflegedirektorin Martina Bruckner.
Übersetzung integriert
Ein weiterer Vorteil ist die integrierte Mehrsprachigkeit: Patienten geben ihre Anliegen in ihrer eigenen Sprache ein, das Personal erhält die Informationen auf Deutsch. „Diese direkte und transparente Kommunikation hilft uns enorm, Missverständnisse zu vermeiden und auf individuelle Bedürfnisse rasch und professionell einzugehen“, schildert Christa Kneidinger, Pflegedirektorin am Klinikum Rohrbach.
Klassischer Alarm bleibt bestehen
Trotz aller Neuerungen bleibt das bestehende Lichtrufsystem unverändert bestehen. In Notfällen erfolgt weiterhin der klassische Alarm – die digitale Lösung ergänzt lediglich die bestehenden Strukturen.
Insgesamt sollen mehr als 3.500 Terminals in den OÖG-Kliniken mit Cliniserve ausgestattet werden. Die vollständige Einführung ist bis 2029 geplant.
„Wichtiger Schritt“
„Weil Gesundheit für die Menschen das Wertvollste ist, arbeiten wir jeden Tag dafür, dass die Gesundheitsversorgung gut und stark bleibt. Mit Cliniserve setzen wir einen wichtigen Schritt zur weiteren Digitalisierung unserer Spitäler – und zwar dort, wo sie den größten Nutzen stiftet: direkt am Krankenbett“, sagt Gesundheitsreferentin und Landeshauptmann-Stellvertreterin Christine Haberlander (ÖVP). „Die neue Form der Kommunikation stärkt die Orientierung für Patienten und entlastet gleichzeitig unsere Pflegekräfte. Das ist moderne Medizin auf höchstem Niveau und ein Gewinn für alle Beteiligten.“


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden