Noch ein Monat bis zum Start des 24/7-Rettungshubschraubers in Suben
SUBEN. Der Countdown läuft: Ab 25. September hebt der Notarzthubschrauber Christophorus Europa 3 am Stützpunkt in Suben auch in den Nachtstunden ab. Damit wird die Flugrettung im Innviertel und im Westen Oberösterreichs deutlich ausgebaut. Künftig steht dort rund um die Uhr ein Notarzthubschrauber für medizinische Notfälle zur Verfügung – auch für Einsätze im grenznahen Bayern.

„Wenn es um Leben und Gesundheit geht, darf die Uhrzeit keine Rolle spielen. Genau deshalb haben wir uns dafür eingesetzt, die Flugrettung in Oberösterreich rund um die Uhr auszubauen“, betont Landeshauptmann-Stellvertreterin und Gesundheitslandesrätin Christine Haberlander (ÖVP). Mit dem 24-Stunden-Betrieb werde ein wichtiger Schritt gesetzt, um die notfallmedizinische Versorgung im Land weiter zu stärken. Der Standort Suben ergänzt dabei die bestehenden 24/7-Flugrettungsstandorte in Niederösterreich und der Steiermark. Für den Ausbau des Nachtbetriebs stellt das Land Oberösterreich jährlich zusätzlich 2,25 Millionen Euro bereit.
Letzte Vorbereitungen laufen
Derzeit laufen die letzten Vorbereitungen für den Nachtbetrieb. Für den 24/7-Einsatz wurden zusätzliche Piloten, Flugretter und Notärzte vorbereitet und entsprechend ausgebildet. Auch der Hubschrauber sowie die Infrastruktur am Stützpunkt müssen auf die besonderen Anforderungen nächtlicher Einsätze ausgerichtet sein. Die Ausbildungs- und Trainingsmaßnahmen der Crews sind bereits weitgehend abgeschlossen.
Noch ausständig sind unter anderem Fahrsicherheitstrainings bei der ÖAMTC Fahrtechnik. Zudem soll in den kommenden Wochen ein Back-up-Fahrzeug in Suben stationiert werden. Dieses kommt zum Einsatz, wenn der Flugbetrieb etwa aufgrund von Wetterbedingungen eingeschränkt ist und gleichzeitig andere Rettungsmittel bereits ausgeschöpft sind.
Auch ÖAMTC-Flugrettungs-Geschäftsführer Marco Trefanitz sieht dem Start positiv entgegen: „Unsere Crews haben sich intensiv auf diese Aufgabe vorbereitet. Die Teams der ÖAMTC Flugrettung und der ADAC Luftrettung freuen sich darauf, den Menschen in der Region und auch darüber hinaus künftig rund um die Uhr helfen zu können.“
Knauseder: „24/7-Hubschrauber ersetzt keinen Herzkatheter“
Kritik an der Darstellung des Gesundheitsressorts kommt unterdessen von SPÖ-Landtagsabgeordneter Gabriele Knauseder. Sie begrüßt zwar den Ausbau der Flugrettung, warnt aber davor, diesen mit einer umfassenden medizinischen Versorgung in der Region gleichzusetzen. „Ich begrüße den überfälligen Schritt einer ganztägigen Hubschrauberversorgung für die Region selbstverständlich“, so Knauseder. Der zeitliche Lückenschluss bei den Notfallkapazitäten sei jedoch „keine Alternative zu einer umfassenden medizinischen Versorgung im Innviertel selbst“.
Knauseder verweist dabei auf aus ihrer Sicht bestehende Defizite bei der ärztlichen Versorgung und auf die weiterhin offene Frage einer Herzkatheterversorgung am Krankenhaus Braunau. Dafür habe sie bereits 13.000 Unterschriften aus der Region an Haberlander übergeben. „Es darf kein Ausspielen einer nachtflugtauglichen Helikopterlösung mit dem Herzkatheter geben. Eines hat mit dem anderen nur bedingt zu tun“, betont die SPÖ-Politikerin. Die Region brauche beides, um bei medizinischen Notfällen möglichst rasch alle notwendigen Versorgungsoptionen zur Verfügung zu haben.








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