Goldmedaille für Walter Ablinger bei den Paralympics in Tokio
RAINBACH/TOKIO. Walter Ablinger hat sich seinen großen Traum erfüllt: Im Einzelzeitfahren bei den Paralympischen Sommerspielen in Tokio holte er Gold für Österreich. Auf dem anspruchsvollen Fuji International Speedway siegte der Ausnahmesportler aus Rainbach im Innkreis mit einer Zeit von 43:39,17 Minuten mit nur 1,89 Sekunden Vorsprung vor Vico Merklein aus Deutschland und dem Spanier Garcia Marquina (9,51 Sekunden zurück).

„Meine Freude ist unbeschreiblich. Die intensive Vorbereitung hat sich bezahlt gemacht, mein Dank gilt vor allem auch dem gesamten Betreuerteam“, so ein überglücklicher Walter Ablinger im Ziel. Für den Oberösterreicher war es nach London 2012 die zweite Goldmedaille bei Paralympics, 2016 in Rio de Janeiro gewann er Silber.
Ein Mann für Großveranstaltungen
Mit Walter Ablinger ist bei Großveranstaltungen immer zu rechnen. Das hat er wieder einmal eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Am 31. August exakt um 9.51 Uhr Ortszeit (2.51 Uhr früh Mitteleuropäische Zeit) ging der Innviertler bei der weltweit drittgrößten Sportveranstaltung mit seinem Handbike im Einzelzeitfahren über 24 Kilometer an den Start. Auf dem Formel 1-Kurs in Japan gab Ablinger von Beginn an alles. Mit seinem extra für das Zeitfahren in Tokio entwickelten Handbike kam Walter Ablinger gut zurecht und konnte den anspruchsvollen Rundkurs mit zahlreichen Steigungen und Abfahrten nach genau 43:39,17 Minuten absolvieren. Nur zwei Minuten nach ihm ging Vico Merklein an den Start und blieb nur ganz knapp hinter dem neuen Paralympicssieger.
Kompletter Neuaufbau nach der EM hat sich bezahlt gemacht
Walter Ablinger hat sich mit dem Gewinn der Goldmedaille seinen großen Traum erfüllt. Nach über 13.100 abgespulten Trainingskilometern waren die Paralympics in Tokio das erste Rennen von Walter Ablinger seit seinem Europameistertitel 2021 in Schwanenstadt/OÖ., den er Anfang Juni gewinnen konnte. Danach wurde beim Rainbacher ein Harnwegsinfekt diagnostiziert, der eine lange Rennpause notwendig machte, auch an einen Start bei der WM in Portugal eine Woche nach der EM war nicht zu denken. Daher startete Ablinger einen kompletten Neuaufbau für die Spiele in Tokio, der sich jetzt bezahlt gemacht hat.
Akribische Vorbereitung auf die Spiele in Tokio
Für den Erfolg bei den Titelkämpfen überließ Ablinger nichts dem Zufall: Neben dem optimal auf den Saisonhöhepunkt abgestimmtem Training und der Reduzierung seines Körpergewichts auf aktuell 58 Kilogramm war das richtige Material in Japan mitentscheidend. Daher wurde für den Weltklasse-Behindertensportler von Konstrukteur Ludwig Hackinger ein auf den Kurs in Tokio abgestimmtes Zeitfahr-Handbike gebaut, dieses Handbike ist mit 8,55 Kilogramm Renngewicht eines der leichtesten Zeitfahrliegebikes der Welt.


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