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BEZIRK SCHÄRDING. Vergangenes Jahr gab es vom Arbeitsmarkt in Schärding fast nur Positives zu berichten. Wie die Prognose für das Jahr 2020 ausschaut, das verrät Harald Slaby, Leiter des Arbeitsmarktservices Schärding, im Interview mit Tips.

Die Geschäftsstelle des Arbeitsmarktservices Schärding (Foto: Koidl)
  1 / 2   Die Geschäftsstelle des Arbeitsmarktservices Schärding (Foto: Koidl)

Tips: Herr Slaby, das Jahr 2019 war, wenn man sich die Arbeitslosenzahlen für den Bezirk Schärding anschaut, ein sehr erfreuliches. Was sind die Hauptgründe dafür?

Slaby: Die regionale Wirtschaft hat das ganze Jahr 2019 kräftig gebrummt und uns eine Rekordzahl an offenen Stellen zur Besetzung gemeldet. Dadurch haben wir viele Menschen in Arbeit vermitteln können, die in weniger guten Zeiten bedeutend geringere Jobchancen gehabt hätten.

Tips: Wie sehen die Aussichten für das Jahr 2020 aus?

Slaby: Die gesamtwirtschaftlichen Aussichten schauen unserer Meinung nach weiterhin nicht schlecht aus, einzig im automotiven Sektor ist eine Eintrübung erkennbar.

Tips: Weil Sie es gerade erwähnen. Die Autoindustrie schlittert weltweit langsam in eine Krise. Könnte diese Tatsache auch Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt im Bezirk Schärding haben?

Slaby: Von Krise würde ich aktuell noch nicht sprechen. Regionale Zulieferfirmen verspüren aber teilweise schon einen deutlichen Rückgang der Aufträge.

Tips: Nach wie vor ist das Thema „Fachkräftemangel“ in aller Munde. Welche Maßnahmen werden 2020 seitens des Arbeitsmarktservices gesetzt, um hier Abhilfe zu schaffen?

Slaby: Neben der Vermittlung setzen wir weiterhin stark auf Aus- und Weiterbildung. Bewährte Arbietsmarktservice-Fachkräfteprogramme wie Arbeitsplatznahe Qualifizierung, Implacement, Frauen in die Technik sowie die „Punktgenaue Qualifizierung“ werden unvermindert fortgeführt.

Tips: Bei den 15- bis 19-Jährigen ist die Arbeitslosigkeit im November vergangenen Jahres um 31 Prozent, bei den jungen Erwachsenen bis 24 Jahre um 22 Prozent gestiegen. Könnte sich dieser negative Trend auch 2020 fortsetzen?

Slaby: Im Alterssegment bis 25 Jahre ist die Arbeitslosigkeit im November insgesamt um 25 Personen gestiegen. Daraus ist noch kein Trend ableitbar. Damit sich die Arbeitslosigkeit der betroffenen jungen Menschen jedoch nicht verfestigt, versuchen wir im Rahmen der Ausbildungsgarantie durch entsprechende Bildungs- und Arbeitsangebote rasch entgegenzusteuern.

Tips: Wie schätzen Sie die Zukunftsperspektiven für Arbeitnehmer, die älter als 50 Jahre sind, ein?

Slaby: Unter dem Eindruck des Arbeitskräftemangels haben sich die Chancen für über 50-Jährige in den letzten Jahren zumindest nicht verschlechtert. Ich halte es aber nicht mehr für gänzlich ausgeschlossen, dass die Politik für den Fall des Anstieges der Arbeitslosigkeit bei den Älteren ein Nachfolgeprogramm der – durchaus erfolgreichen – Aktion 20.000 installiert.

Tips: Zahlreiche Unternehmen aus dem Bezirk und darüber hinaus suchen seit Jahren händeringend Lehrlinge. Haben hier große Betriebe einen Vorteil gegenüber kleineren Unternehmen?

Slaby: Größere Unternehmen haben es in der Regel etwas leichter Lehrlinge zu finden, da sie bei den Jugendlichen oft schon alleine durch das Image eines bekannten Betriebes beziehungsweise durch Sozialleistungen, Lehrwerkstätten uns so weiter punkten können. Viele kleinere Firmen in der Region machen diesen „Startnachteil“ aber gut wett, in dem sie sich um junge Menschen besonders bemühen und ihnen ein fast schon familiäres Arbeitsklima bieten.


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