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BRUNNENTHAL. Das Bildunsgprogramm GemüseAckerdemie des gemeinnützigen Sozialunternehmen Acker Österreich schaffte es auf das Siegertreppchen des Green Marketing Award. Acker gewann Silber in der Kategorie „be aware“. Tips sprach mit Acker Österreich Geschäftsführer Christoph Musik aus Brunnenthal über das Unternehmen und die Bedeutung der Auszeichnung.

Christoph Musik, Geschäftsführer Acker Österreich (Foto: Alex Schmidt)
Christoph Musik, Geschäftsführer Acker Österreich (Foto: Alex Schmidt)

Tips: Sie sind Geschäftsführer von Acker Österreich: Was ist Acker Österreich?

Christoph Musik: Acker Österreich ist ein gemeinnütziges Sozialunternehmen mit Hauptsitz in Brunnenthal. Ich habe Acker Österreich 2021 aus unserem Mutterverein Acker e.V. in Deutschland gegründet. Wir arbeiten eng mit unseren Partnerorganisationen in Deutschland, der Schweiz und Liechtenstein konsequent für eine nachhaltigere Welt zusammen und setzen unter anderem Bildungsprogramme an Schulen und Kindergärten um.

Tips: Wofür steht Acker Österreich und welche Ziele verfolgt das Unternehmen?

Musik: Wir setzen uns für mehr Wertschätzung für Natur und Lebensmittel ein, weil wir davon überzeugt sind, dass nur eine Gesellschaft, die Natur und Lebensmittel wertschätzt, zukunftsfähig ist. Mit unseren Bildungsprogrammen GemüseAckerdemie für Schulen und AckerRacker für Kindergärten etablieren wir einen großen Gemüseacker als naturnahen Lernort dauerhaft und strukturell im Bildungsalltag der Einrichtungen. Wir wollen, dass es selbstverständlich wird, dass jedes Kind in Österreich weiß, was es isst und woher unsere Lebensmittel kommen.

Tips: Was ist das Besondere an Acker Österreich?

Musik: Mit unseren Bildungsprogrammen schaffen wir einzigartige und prägende Naturerlebnisse direkt dort, wo die Kinder sind. Wichtig ist das praxisorientierte Machen: Nur wenn die Kinder mit den eigenen Händen selbst erleben, was es braucht, dass gesundes Gemüse wächst, werden sie es auch richtig verstehen und sind mit Herz und Spaten mit dabei. Unsere Währung ist die Wirkung. Alles, was wir machen, ist wissenschaftlich fundiert und wir schauen immer genau drauf, dass wir damit tatsächlich etwas bewirken.

Tips: Wie setzt sich das Team von Acker Österreich zusammen?

Musik: Wir sind momentan vier festangestellte Mitarbeiter im Kernteam und fünf AckerCoaches als freie Dienstnehmer. AckerCoaches sind bei uns die Gartenexperten, die Workshops, Fortbildungen und Pflanzungen an den Schulen und Kindergärten umsetzen. Wir arbeiten außerdem eng mit den fast 200 Kollegen in Deutschland und der Schweiz zusammen und können immer viel voneinander lernen, quasi Schärding-Kreuzberg trifft Berlin-Kreuzberg.

Tips: Was ist die GemüseAckerdemie, für die Sie den Award in Silber gewonnen haben?

Musik: Die GemüseAckerdemie ist ein praxisorientiertes Bildungsprogramm, das Schüler für Natur und Nachhaltigkeit begeistert. In dem ganzjährigen Bildungsprogramm bauen Schulkinder der 3. bis 6. Schulstufe gemeinsam mit ihren Lehrern ihr eigenes Gemüse an. Auf der schuleigenen Ackerfläche erleben sie gemeinsam mit unseren Gemüsecharakteren wie z.B. RudiRadieschen unmittelbar, woher das Essen auf ihren Tellern kommt und entwickeln so mehr Wertschätzung für Natur und Lebensmittel. Die Schulen werden dabei mit umfassendem Service, einer Lernplattform und vielem mehr unterstützt, sodass sie nach spätestens vier Jahren selbständig mit immer wieder neuen Kindern weitermachen können.

Tips: Wo in OÖ war die GemüseAckerdemie bereits aktiv?

Musik: In Österreich nehmen momentan bereits 14 Schulen in fünf Bundesländern mit 750 Kindern teil. Eine der ersten Schulen überhaupt war die Volksschule Pram. In unserem aktuellen Wirkungsbericht kann man nachlesen, mit wie viel Herzblut die Pramer die GemüseAckerdemie umsetzen. In Oberösterreich sind momentan auch die Volksschule Mondsee und fünf Linzer Schulen mit dabei. Die NMS in Obernberg ackert sogar schon selbständig.

Tips: Welche Bedeutung hat der gewonnene Green Marketing Award für das Unternehmen?

Musik: Der Green Marketing Award war für uns eine sehr große Überraschung, weil die Konkurrenz wirklich groß war, mit vielen bekannten Unternehmen und Marken und wir noch relativ unbekannt sind. Es war schon ein großer Erfolg, dass wir von der hochkarätig besetzen Jury nominiert wurden. Dass wir es in einer für Österreich repräsentativen Konsumentenumfrage dann aber wirklich auf den zweiten Platz schaffen, war einfach nur karottastisch.

Tips: Können Sie unseren Lesern vielleicht auch noch ein paar Details von sich selbst geben?

Musik: Ich bin 38 und lebe mit meiner Frau und zwei Kindern (3 und 8) in Brunnenthal. Ich habe in Wien Soziologie mit Schwerpunkten in Sozialer Ökologie und Wissenschafts- und Technikforschung studiert und kann jetzt mit Acker Österreich meine Leidenschaften Naturgarten und gutes und gesundes Essen auch beruflich in die Tat umsetzen. Da ich auch gerne reise, trifft es sich gut, dass ich auch arbeitsbedingt in alle schönen Ecken in ganz Österreich komme.


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