Kinderbetreuungsatlas: Nur sechs Schärdinger Gemeinden nahmen teil
BEZIRK SCHÄRDING. Mit dem Kinderbetreuungsatlas 2026 überprüfte die Arbeiterkammer, wie es um die Kinderbildung und -betreuung in Oberösterreichs Bezirken steht. Im Bezirk Schärding gaben nur sechs der 30 Gemeinden Auskunft.

Teilgenommen haben Altschwendt, Eggerding, Esternberg, Münzkirchen, Schärding und Taufkirchen an der Pram. Sie übermittelten die Infos dem Institut für empirische Sozialforschung (IFES), das im Auftrag der Arbeiterkammer (AK) Oberösterreich die Daten für den Betreuungsatlas erhoben hat.
Münzkirchen, Schärding und Esternberg erreichen im Kinderbetreuungsatlas die höchste Kategorie 1A. Esternberg verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr von A auf 1A, weil Einrichtungen für Volksschulkinder weniger Schließtage haben. Taufkirchen an der Pram bleibt in Kategorie A.
Altschwendt wurde wegen kürzerer Öffnungszeiten und zu vieler Schließtage von A auf B zurückgestuft. Eggerding erreichte Kategorie C und erhielt einen zusätzlichen Pluspunkt für den „gesunden Kindergarten“.
Schließzeiten als Herausforderung
Der Atlas bewertet unter anderem Öffnungszeiten, Mittagsangebote und Schließzeiten. Das Oberösterreichische Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz sieht vor, dass Bildungseinrichtungen mindestens 47 Wochen pro Jahr geöffnet sein müssen. Wenn der Bedarf gegeben ist, dürfen die Einrichtungen nicht länger als fünf Wochen geschlossen sein. Von den sechs teilnehmenden Gemeinden im Bezirk erfüllen laut Arbeiterkammer drei das Schließzeiten-Kriterium für Krabbelstuben und zwei jenes für Kindergärten nicht.
Geringe Teilnahme
Die Arbeiterkammer sieht die geringe Teilnahme der Gemeinden an der Befragung kritisch. Eine gute Kinderbetreuung sei eine zentrale Voraussetzung dafür, dass Eltern arbeiten und Familien ihren Alltag verlässlich organisieren können. „Wenn die Bürgermeister glauben, ohne Datenangabe stehen sie besser da, dann verweigern sie sich der Realität. Denn ein gutes oder schlechtes Betreuungsangebot spricht sich herum und beeinflusst immer öfter die Wohnsitz-Wahl von Familien in Oberösterreich“, sagt AK-Präsident Andreas Stangl.
Forderungen der Arbeiterkammer
Die Arbeiterkammer fordert unter anderem einen Rechtsanspruch auf einen qualitätsvollen Betreuungsplatz ab dem zweiten Lebensjahr bis zum Ende der Volksschule. Dazu brauche es eine verpflichtende und professionelle Bedarfserhebung, eine finanzielle Absicherung der Gemeinden und eine Ausbildungsoffensive für Fachkräfte.
In ganz Oberösterreich teilten rund zwei Drittel der Gemeinden ihre Infos zur Kinderbildung und -betreuung. Der Kinderbetreuungsatlas ist unter kba.arbeiterkammer.at abrufbar.








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