So bringen Esspausen und „bunte“ Ernährung den Körper in Schwung
SCHARNSTEIN. In der Fastenzeit setzen sich viele Menschen bewusster damit auseinander, was sie essen. Silvia Gürtenhofer – Diätologin, Elementarpädagogin, Mutter und Kochbuchautorin – hat für die Tips-Leser ein paar Hinweise parat.

Tips: Derzeit liegt Intervallfasten im Trend. Was bringt es – und worauf sollte man dabei achten?
Silvia Gürtenhofer: Ob einen Tag, 14 oder 16 Stunden nichts gegessen wird oder auch an zwei Tagen der Woche gefastet wird – hier gehen die Meinungen und Erfahrungen auseinander. Als empfehlenswert bleibt, dass es ein Vorteil ist, wenn wir dem Körper Essenspausen gönnen und in dieser Zeit auch keine gezuckerten Getränke zu uns nehmen.
Einfach formuliert, finden in dieser Phase des Nahrungsverzichts Reinigungs- und Regenerationsprogramme des Körpers statt. Dieser Prozess wird Autophagie genannt. Es beschreibt eine Art Zustand ständiger Wartung, um die Zellfunktion aufrecht zu halten. Neben dem Aspekt, dass zeitweiliger Verzicht von Vorteil sein kann, will unser Körper gut versorgt werden. Ein intaktes Immunsystem, Fitness, Gesundheit und Wohlbefinden stehen damit in Verbindung.
Tips: Kann man auch der Frühjahrsmüdigkeit mit Ernährung gegensteuern?
Gürtenhofer: Der Körper stellt sich im Frühjahr hormonell um, er war sprichwörtlich „im Winterschlaf“. Damit wieder mehr Serotonin gebildet werden kann, helfen einerseits Aufenthalt und Bewegung im Freien, denn frische Luft und Tageslicht helfen bei der hormonellen Umstellung von Winter auf Sommer und Bewegung kurbelt den Blutdruck an. Unterstützend können auch Lebensmittel wirken, die die Serotonin-Vorstufe Tryptophan enthalten – wie Nüsse, Kerne oder Samen, aber auch Käse, Haferflocken, Fisch, Ei, Hülsenfrüchte wie Linsen sowie Hühnerfleisch.
Im Frühjahr sind auch unsere Vitamin-D-Spiegel auf einem Tiefpunkt. Bei Sonnenlicht kann unser Körper auch wieder mehr Vitamin D selbst bilden. Den Rest müssen dann Vitamin-D-reiche Lebensmittel liefern, wie zum Beispiel fettreicher Fisch, Eier, Pilze und Milchprodukte.
Wer seine Ernährung im wahrsten Sinne des Wortes bunt gestaltet, hat eine gute Chance, der Frühjahrsmüdigkeit zu entgehen. Nutzen Sie die regionalen und saisonalen Lebensmittel im Frühjahr. Vogerlsalat, Bärlauch und später Spargel und Erdbeeren sind hier nur eine kleine Auswahl an Möglichkeiten.
Tips: Wie kann man Kindern Lust auf gesunde Ernährung machen?
Gürtenhofer: Ein gutes Rezept wäre hier: Wiederholtes Anbieten von regionalen, saisonalen Lebensmitteln in unterschiedlichen Konsistenzen, Mitbestimmung für alle am Tisch, Freude am gemeinsamen Kochen und Essen, den Umgang mit Süßigkeiten erlernen – ohne strikte Verbote – und eine gute Portion Achtsamkeit der Erwachsenen auf sich selbst. Als Mama und Papa mit Genuss Selbstgekochtes zu essen, macht auch die Kinder neugierig und Lust zu probieren. Ein entspannter und spielerischer Zugang ist für das Essen-Lernen von Vorteil. Ohne gut gemeinte Ratschläge und Druck zu gesunden Lebensmitteln wird der Esstisch nicht zum Stresstisch.


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