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SCHARNSTEIN. Für heftige Diskussionen und viel Publikumsinteresse beim jüngsten Scharnsteiner Gemeinderat sorgte der Umwidmungsantrag in der Siedlung Friedlmühle im Herrnberg.

2006 und 2013 wurde das Gebiet überschwemmt. Foto: Fröch
2006 und 2013 wurde das Gebiet überschwemmt. Foto: Fröch

Der Antrag, die etwa 20.000 Quadratmeter große Fläche in Bauland umzuwidmen, wurde vor Monaten mit denkbar knapper Mehrheit (16:15 Stimmen) an das Land gestellt. Die Abteilung Raumordnung lehnte das Ersuchen jedoch ab, da Teile im 100-jährlichen Hochwasserbereich der Alm liegen und dort eine unzugängliche Insel entstehen würde. Zudem sei die bereits bestehende Siedlung eine „raumordnungsfachliche Fehlentwicklung“ und solle nicht erweitert werden. Man erwarte Nutzungskonflikte mit einer nahegelegenen Landwirtschaft und ein Teil der Fläche sei „landschaftlich und ökologisch hochwertig“ und solle geschützt werden.

In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde nun – wieder mit knapper VP-Mehrheit – ein Beharrungsersuchen gestellt. „Gegen jede Vernunft“, wie SP-Vizebürgermeister Max Ebenführer kritisiert. Er habe „noch nie ein derartig negatives Schreiben des Landes gesehen“. Dass die VP-Mandatare in diesem „von allen Fachleuten des Landes vehement abgelehnten Ansuchen“ Raffelsberger folgen, grenze “an Nibelungentreue“, so Ebenführer.

VP-Bürgermeister Rudolf Raffelsberger hingegen sieht in dem neuerlichen Antrag nichts Ungewöhnliches. Das öffentliche Interesse sei vorhanden, da es zu wenig Bauland gebe. „Ich würde auch lieber im Ortszentrum bauen, die hier bestehenden Baulandreserven sind aber nicht auf dem Markt verfügbar“, so Raffelsberger. Der neuerliche Antrag sei zudem so abgeändert worden, dass – nach Auskunft des Gewässerbezirkes – auch in Hochwasserfällen eine Zufahrt der Rettungskräfte möglich sei. Es gelte nun, die Antwort des Landes abzuwarten.


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