Scharnsteiner Müllspar-Initiative zieht weite Kreise
SCHARNSTEIN. Nach der kürzlich erfolgten Vorstellung der Initiative „Scharnstein spart Müll“ (zum Tips-Bericht) geht es derzeit in der Almtalgemeinde in großen Schritten voran.

Als erste Partnerunternehmen konnten sämtliche Fleischhauer und Bäcker aus dem Ort gewonnen werden. Die Bäckereien Bruckmühle, Cathy“s Backeck, Mittermaier und Zum Bäck informieren ihre Kunden über bestehende Unverpackt-Angebote und regen an, mit eigenen Behältern und Taschen einkaufen zu gehen. Als Anreiz dafür gibt von den Bäckereien im Februar ein kleines Geschenk (Semmel, Gebäck, „Almtaler“ – das Scharnsteiner Pendant zum Mozarttaler). Die Bäckerei Bruckmühle hat darüber hinaus ihr Unverpackt-Angebot deutlich ausgebaut und bietet nun neu auch Knödelbrot, Semmelbrösel, Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne, Haferflocken und Salz unverpackt an.
Auch alle Fleischhauer (Hüthmayr, Silmbroth und Stadler) freuen sich über die Initiative „Scharnstein spart Müll“ und machen gemeinsam begeistert mit. So gibt es für alle Müllspar-Kunden im März ein Paar Frankfurter gratis.
Ein bisher in Scharnstein einmaliger Schulterschluss zweier ganzer Branchen im Dienste der Umwelt. „Ich bin begeistert, dass unsere Scharnsteiner Betriebe die Initiative so eindrucksvoll unterstützen“ freut sich Bürgermeister und Landtagsabgeordneter Rudolf Raffelsberger.
Große Resonanz in der Bevölkerung
Auch in der Bevölkerung stößt die Initiative auf große Resonanz. Binnen gut einer Woche gab es bereits über 300 Besuche auf der Webseite www.scharnsteinspartmuell.at. Auch für die Facebook-Gruppe der Initiative konnten im selben Zeitraum schon rund 250 Mitglieder gewonnen werden.
Neben Tipps zum Müllsparen werden dort auch einzelne Scharnsteiner Bürger portraitiert, die sich mit Begeisterung am Müllsparen beteiligen. Jeder Müllsparer präsentiert sich dabei mit kurzen Informationen, welche Müllsparmaßnahmen die jeweilige Person schon umsetzt, was sie sich noch vornimmt, und welche Wünsche sie hat.
Das Echo in Scharnstein ist sehr positiv. „Wir erhalten fast täglich Feedback. Es kommen viele Anregungen, wen wir noch aller als zukünftige Partnerunternehmen und Müllsparer kontaktieren könnten. Wir bekommen auch viele Rückmeldungen, welche Produkte wir noch in unser Tipps und Tricks Verzeichnis zur Müllvermeidung auf der Webseite aufnehmen könnten.“ sagt die Mit-Initiatorin Michaela Maix-Manahl. „Nachdem wir derzeit noch ganz geringe personelle Ressourcen haben, können wir den Anregungen nicht immer so schnell nachkommen, wie wir gerne wollen. Aber wir freuen uns wahnsinnig über jede Meldung, denn das zeigt, dass das Thema in Scharnstein ernstgenommen wird und dass das Projekt großes Potential hat.“
Angefangen hat alles mit einer übervollen Plastiktonne
„Ab da war für uns klar, dass wir so nicht weitermachen wollen. Mein Mann und meine dreiSöhne waren anfangs manchmal skeptisch bei meinen diversen DIY-Versuchen, machen aber sehr engagiert mit.“ sagt Michaela Maix-Manahl.
Und nachdem die eigene Müllreduktion binnen kürzester Zeit enorm war, kam rasch der Gedanke, die Idee auch auf Gemeindeebene weiterzuentwickeln und möglichst viele andere Menschen dafür zu begeistern. „Plastik- und Restmüll zu sparen, ist die perfekte Einstiegsdroge in ein nachhaltigeres Leben. Fast zwangsläufig hinterfragt man auch andere Handlungsweisen, wenn man sich einmal so verstärkt mit dem eigenen Konsumverhalten auseinandersetzt.“


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