Lastkrafttheater: Man muss mit dem Publikum spielen

Michael Hairer Online Redaktion, 22.05.2019 16:23 Uhr

Das Lastkrafttheater ist wieder auf Tour und macht am 5. Juni 2019 (Schloss Neubruck, Beginn 19:30 Uhr) mit ihrem neuen Stück Halt in Scheibbs. Tips bat die beiden Initiatoren des rollenden Theaters, Max Mayerhofer (MM) und David Czifer (DC), zum Gespräch.

 

Tips: Die wievielte Lastkrafttheater-Tour ist das?

DC: Wir sind heuer mit unserem Nestroy-Stück Zeitvertreib, das wir in „EIN HEMD, EIN STOCK, EIN DAMENUNTERROCK“ umbenannt haben, in der siebenten Saison unterwegs. Als wir unser Theater gegründet haben, haben wir auf Langfristigkeit gehofft, hätten uns aber niemals träumen lassen, dass wir derart gut bei unserem Publikum ankommen würden. Hierfür möchten wir uns bei den Besuchern herzlich bedanken, die uns nun schon seit sechs Jahren die Treue gehalten haben, aber natürlich auch bei unseren Sponsoren, allen voran der Wirtschaftskammer NÖ und der Arge LogCom Friends on the Road und dem Land Niederösterreich, die uns so großartig unterstützen und unseren Weg, das Lachen zu den Menschen zu bringen, erst ermöglichen.

MM: Natürlich bedeutet es uns auch sehr viel, dass wir letztes Jahr die 100. Vorstellung feiern durften. Wir sind stolz darauf, dass wir mittlerweile einen festen Platz in der Kulturlandschaft Niederösterreichs und im Herzen unseres Publikums haben.

 

Tips: Wie viel Kilometer wurden über die Jahre bislang abgespult? Wie viel Kilometer werden pro Tour(Jahr) abgespult?

DC: Auch heuer legen wir mehr als 6000 Kilometer quer durch Niederösterreich, Wien, die Steiermark und das Burgenland zurück. Seit der Gründung 2013 haben wir ca. 42.000 Kilometer quer durch Ostösterreich zurückgelegt.

 

Tips: Welche logistischen Herausforderungen braucht es, um solch ein Projekt durchführen zu können?

MM: Man kann sagen, dass wir an einer Lastkrafttheater-Produktion circa ein Jahr arbeiten. Sicher treten wir mit Start der Proben, die Ende Jänner beginnen, in eine heißere Phase ein; aber in der restlichen Zeit müssen wir die Termine ausmachen, organisieren die Auftritte, finden unsere Sponsoren und versuchen unsere Vorstellungen so gut wie möglich zu bewerben.

 

Tips: Um was geht es in dem diesjährigen Theaterstück inhaltlich?

DC: Es ist eine sehr unterhaltsame Verwechslungs- und Slapstickkomödie, in der sich Feldern und sein Diener Bumml als Frauen verkleiden, da sie glauben so besser Mädels kennen zu lernen.

MM: So sind natürlich Verwechslungen garantiert und es gibt neben der einzigartigen nestroyschen Sprachmelodie wieder wunderbare Pointen, viel zu lachen und wir versprechen einen großartigen Abend unter Sternen.

DC: Man  kann also nur Karl Farkas zitieren und sagen:  Schauen sie Sich das an! Vor allem da der Eintritt bei uns ja, dank des Landes Niederösterreich und u.a. der Fachgruppe für das Güterbeförderungsgewerbe der Wirtschaftskammer NÖ, Wien und der Arbeiterkammer NÖ für unser Publikum immer FREI ist!

 

Tips: Gibt es einen Unterschied für die Künstler, wenn man „Freiluft“ auftritt oder verhält es sich wie in einem geschlossenen Theater? Frei nach dem Motto „Bühne bleibt Bühne“?

DC: Es gibt gewaltige Unterschiede zwischen einem geschlossenen Theater und dem Spielen an der freien Luft: Vor allem dass man mehr Stimme geben muss. Man muss also seine Stimme gut aufwärmen, da wir ja meist ohne Verstärkung spielen, weil so ein besserer Kontakt mit dem Publikum möglich ist.

MM: Außerdem muss man als Künstler sehr viel mit dem Publikum spielen, das Publikum muss in unser Spiel immer einbezogen werden, auch wenn man gedanklich und mit dem Gesicht beim Partner oder der Partnerin ist. Das macht das Spielen am LKW zu einer wunderbaren Erfahrung, bei der man auch viel lernen und für den Beruf mitnehmen kann.

 

Tips: Welche und wie viel Motivation/Leidenschaft steckt hinter dem Projekt Lastkrafttheater?

MM: Natürlich steckt in jedem Kulturprojekt sehr viel Leidenschaft. Als wir begonnen haben, wollten wir unbedingt niederschwelliges Theater bieten; wir wollten, dass Kultur für jedermann leistbar wird und frei zugänglich ist.

DC: Außerdem haben wir mit unseren Vorstellungen Treffpunkte für ganz unterschiedliche Menschen geschaffen, die hier gemeinsam eine gute Zeit verleben; dies ist in der heutigen Gesellschaft, die immer mehr gespalten ist,  wichtiger denn je geworden, wie wir finden. Dies ist unsere Motivation und die treibt uns an:  Wir möchten unserem Publikum eine gute Vorstellung bieten und danach einen schönen Ort, an dem man bei einem Glas Wein entspannen kann.

 

Tips: Was ist das Besondere für einen Künstler, Teil des Lastkrafttheaters zu sein?

MM: Ich finde es  besonders schön, dass man auf unserer Tour sehr viel herumkommt, man sieht wunderbare Landschaften und lernt interessante Menschen kennen. Als Schauspieler ist jede Vorstellung anders, man muss sich immer auf ein neues Publikum einstellen und auch auf neue Menschen und Orte. Das ist eine sehr reizvolle Aufgabe und macht uns große Freude.

 

Tips: Was darf sich das Publikum von Ihnen und Ihrem Team erwarten?

DC: Die Zuschauer erwartet ein entspannter Abend unter freiem Himmel, für das leibliche Wohl wird von der lokalen Gastronomie bestens gesorgt. Das Stück bietet viele wunderbare Pointen, die von Nicole Fendesack mit ihrem großartigen Gespür für Slapstick und Wortwitz perfekt in Szene gesetzt und mit tollen Schlagern untermalt wurden.

 

Tips: Mussten Sie schon einmal während einer Tour den Pannendienst kontaktieren?

MM: Einmal sind wir in Brunn am Wald nach starkem Regen mit dem LKW in einer Wiese stecken geblieben und mussten von einem Traktor herausgezogen werden. Gott sei Dank ging alles gut aus, sonst hätten wir die nächste Vorstellung nicht spielen können.

 

Tips: Beschreiben Sie das Lastkrafttheater in drei Worten?

DC: Unterhaltsam, Kultur, gratis

MM: Wir freuen uns auf unser Publikum in Scheibbs!

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