Überschüssige Lebensmittel via App retten: ZKW-Lehrlinge holen 1. Platz
WIESELBURG. Beim „Lehrlingshackathon 2022“ der NÖ Wirtschaftskammer bewiesen engagierte Nachwuchsfachkräfte ihr digitales Können. Mit ihrer App „Regionfood“ holten mit Daniel Enner und Paul Löb zwei Lehrlinge des Wieselburger Unternehmens ZKW den 1. Platz. Ihr erklärtes Ziel: Sie wollen dazu beitragen, dass künftig weniger Lebensmittel im Müll landen.

Eigentlich beschäftigt sich ZKW in erster Linie damit, Premium-Scheinwerfer für die Automobilindustrie herzustellen. Doch jetzt könnte der Wieselburger Leitbetrieb auch einen Beitrag dazu leisten, dass künftig weniger Lebensmittel verschwendet werden. Zu verdanken hat er dies zwei seiner Lehrlinge: dem angehenden Kunststofftechniker Daniel Enner und dem künftigen IT-Systemtechniker Paul Löb. Denn beide wollen ein Zeichen für mehr Nachhaltigkeit setzen.
Richtigen Riecher gehabt
Zusammengeführt hat die jungen Männer Stefanie Appesbacher, die bei ZKW in der HR-Abteilung für die Lehrlingsausbildung zuständig ist. Sie meldete die Beiden als Vertreter von ZKW beim „Lehrlingshackathon 2022“ der NÖ Wirtschaftskammer an. Ziel des Wettbewerbs ist es, die digitalen Kompetenzen der Nachwuchskräfte zu fördern. Die Personalerin dürfte bei ihrer Auswahl den richtigen Riecher gehabt haben, denn der Ehrgeiz der beiden 19-Jährigen war von Anfang an groß. „Wir wollten den Wettbewerb gewinnen“, lautete nach Aussage von Paul Löb das erklärte Ziel.
Höchste Leistungsstufe
Die Mostviertler traten in der Kategorie „Experts“ an, der höchsten der drei Leistungsstufen des Wettbewerbs. Hier galt es, innerhalb von nur acht Stunden eine App zu entwickeln. Einzig den Zweck der Anwendung konnten sich die Teilnehmer vorab überlegen. Dass sie sich dem Thema Lebensmittelverschwendung annehmen wollten, stand für die ZKW-Lehrlinge schnell fest. „Man kriegt ja mit, wie viel bei den Supermärkten im Müll landet“, erklärt Löb.
Perfekte Zusammenarbeit
Beim Wettbewerb ergänzten sich die beiden Kollegen perfekt. Interessanterweise übernahm jedoch nicht der angehende IT-Systemtechniker Löb die Programmierarbeit, sondern Kunststofftechniker Enner. Denn der Purgstaller hatte bereits Vorkenntnisse in der Programmiersprache „thunkable“. Paul Löb wiederum war für die Vermarktung zuständig, übernahm die Projektpräsentation und den Schnitt des erforderlichen Videos. Die Jury belohnte das Ergebnis mit dem 1. Platz.
So funktioniert „Regionfood“
Am Ende des Wettbewerbs, den die beiden jungen Männer in den ZKW-Räumlichkeiten absolvierten, stand schließlich die App „Regionfood“. Sie soll es Supermärkten, Landwirten, Direktvermarktern oder auch Privatpersonen ermöglichen, nicht mehr benötigte Lebensmittel an Interessenten aus der näheren Umgebung gratis oder für wenig Geld abzugeben. „Wenn die App nur ein bisschen der Lebensmittelverschwendung entgegen wirkt, haben wir unser Ziel erreicht“, erklärt Löb. Auch bedürftigen Menschen könnte auf diese Weise geholfen werden.
App wird weiterentwickelt
Noch handelt es ich bei der App um einen Prototyp, den ihre Erfinder stetig weiterentwickeln möchten. Bis die App für die Allgemeinheit zum Download bereit steht, wird es daher laut Löb noch etwas dauern. „Wir wollen kein Produkt auf den Markt bringen, dass unseren eigenen Ansprüchen nicht gerecht wird“, erklärt der 19-Jährige aus Hofamt Priel (Bezirk Melk). Vor der Veröffentlichung wollen sich die beiden Kollegen noch auf die Suche nach Geschäftspartnern machen, die ihre Lebensmittel über die App anbieten möchten.
Auf zum Bundeswettbewerb
Paul Löb rechnet mit dem offiziellen Launch der App „Regionfood“ erst Anfang bis Mitte 2023. Denn vorher steht für die beiden jungen Männer noch ein weiterer Meilenstein an. Sie treten im Herbst beim Bundeslehrlingshackathon an und messen sich dort mit den anderen Landessiegern. Und auch hier haben die beiden Mostviertler laut Löb ein ganz klares Ziel vor Augen: den 1. Platz.


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