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Geballte Handwerkskunst in Schönbach (mit Fotostrecke)

Katharina Vogl, 16.08.2017 17:00

SCHÖNBACH. Geballte Handwerkskunst wurde zu Maria Himmelfahrt am 6. Schönbacher Korb- und Handwerksmarkt präsentiert: von Strohsimperl- und Thonetssessel flechten, über Wolle spinnen, Seifen sieden bis hin zu Schindel machen, Schmieden oder Papier schöpfen. Alles Künste, die vielfach in Vergessenheit geraten sind. Dank des Erlebnismuseumsvereins Schönbach, erfährt altes Handwerk wieder eine Renaissance.

Der 89-Jährige Karl Weinzinger führte den Gästen die Kunst des Strohsimperl-Flechtens vor Augen.
photo_library Der 89-Jährige Karl Weinzinger führte den Gästen die Kunst des Strohsimperl-Flechtens vor Augen.

„Mit 2000 bis 3000 Besuchern zählt diese Veranstaltung zu einem Fixpunkt im Jahreskreis“, freut sich auch Bürgermeister Ewald Fröschl (VP) über den erfolgreichen jährlichen Korb- und Handwerksmarkt am 15. August. Augenzwinkernd verriet der Organisator und Obmann des Erlebnismuseumsvereins Franz Höfer den Gästen gleich zu Beginn das das oberste Gebot des Tages, das wie folgt lautete: „Essen – Trinken – Kaufen“.

Alte Handwerkstechniken werden zum Leben erweckt

Im Mittelpunkt standen aber die rund 35 Aussteller, die den Besuchern ihr Können präsentierten, „die wachsende Zahl an Ausstellern ist auch ein Indiz dafür, dass Handwerk und Manufaktur im Waldviertel funktionieren“, betont Franz Höfer. In jedem Winkel der Kloster-Schul-Werkstätten und ihrer Umgebung erfuhr man Wissenswertes.

So führte Karl Weinzinger den Gästen die Kunst des Strohsimperl-Flechtens vor Augen. Der 89-Jährige lernte das bereits als junger Bub von seinem Vater. Ein paar Meter weiter wurde man in die Wissenschaft des Thonetsessel-Flechtens eingeweiht. Im selben Stockwerk wartete noch das erste österreichische Korb-Outlet mit über 650 verschiedenen Körben in allen Größen und Formen auf die Besucher.

Die Seifensiederei zog Jung und Alt genauso an, wie die „Malende Bäuerin“ Leopoldine Prock. Im Korb.Garten konnte man Leopold Gutmann beim Schindel machen über die Schulter schauen, im Museumsgwölb schmiedete Josef Hahn seine heißen Eisen, um nur einige der zahlreichen Stationen zu nennen.

Ein vielfältiges Rahmenprogramm, darunter ein zünftiger Frühschoppen, eine Trachtenmodenschau, Orgelkonzerte sowie Livemusik rundeten die Veranstaltung ab.

Die Entdeckungsreise, zu der man nach Schönbach lud, war in jedem Fall eine Spannende. Denn seit mehr als 15 Jahren versucht der Erlebnismuseumsverein mittels Kursen das Bewusstsein rund um das alte Handwerk wieder zu beleben. Mit dieser Veranstaltung ist das einmal mehr sehr gut gelungen. 


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