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SCHREMS. Im Juli 2015 stellte Wolfgang Dolak in Zusammenarbeit mit dem Fotolaborclub Groß Siegharts in der Galerie im Schloss der Bandlkramerstadt Bilder aus. Außergewöhnlich schöne Aufnahmen von Landschaften, Tieren und Pflanzen waren zu sehen. Tips wollte mehr über den Fotokünstler wissen.von ERICH SCHACHERL

Wolfgang Dolak, ein Meister der Naturfotografie. Alle Fotos: Wolfgang Dolak
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„Das sind Momente auf meiner Zeitreise durch mein Leben auf diesem Planeten“, erzählte er bei der Eröffnung der Ausstellung. „Besonders emotionale Momente“, fügte er noch hinzu. Die er – ganz im Sinne des Meisterfotografen Ansel Adams, ein Vorbild von Dolak – versucht, mit der Kamera einzufangen. „Eine Szene oder ein Naturobjekt werden nicht bloß abgebildet. Es wird auch festgehalten und an den Betrachter weitergegeben, was man fühlt“, erklärt Wolfgang Dolak auf seiner Website, wo er dem interessierten Besucher viele fantastische Bilder anbietet.Die ersten KamerasDie Fotografie begleitet den leidenschaftlichen Naturfreund schon ein Leben lang. Mit ungefähr zehn Jahren (zweite Hälfte der 1960er-Jahre) erhielt er seine erste Kamera (zweiäugige Ikoflex für Scwarz-weiß-Bilder) und begann im Schremser Moor, das damals noch ein Torfstich war, zu fotografieren. Dorthin hat es den gebürtigen Waidhofner, der in Schrems aufwuchs und bis heute dort mit seiner Familie glücklich lebt, schon immer hingezogen und tut es noch heute. „Mich hat seit meiner frühesten Jugendzeit alles interessiert, was kreucht und fleucht“, erinnert er sich. Einige Jahre später bekommt er dann von einem Freund des Vaters, der als professioneller Fotograf in Wien tätig ist, seine erste Kamera für Farbfotografie (Nikkormat FT2). Er nimmt den Jugendlichen auch auf seine Outdoor-Exkursionen mit und so lernt der junge Dolak viel von einem Profi.Biologie ist wichtigerDie Fotografie nach der Matura zu seinem Beruf zu machen war nicht Thema, denn „meine wirkliche Leidenschaft gilt der Biologie“. Also studierte Dolak an der Pädagogischen Akademie in Krems Biologie und Englisch, wurde Lehrer und erhielt in Vitis danach einen Job, den er bis heute sehr gerne ausübt. Die Fotografie ist während des Studiums hilfreich für diverse Arbeiten, die abzuliefern waren.“Dann gab es die Revolution bei Kameras, die Canon AE 1, bei der alles elektronisch geregelt wurde, kam auf den Markt“, erzählt er. Wolfgang Dolak leistet sich dieses für die damalige Zeit innovative (und teure) Gerät. Er macht mit dieser erste Landschaftsaufnahmen mit Farbfilmen, steigt schon bald wegen der besseren Farbsättigung auf Diafilme um und beginnt sich erstmals auch für die Ästhetik von Bildern zu interessieren.VogelspezialistSeine Liebe zu Vögeln bringt ihn dazu, eine Greifvogelstation im Waldviertel aufzubauen. 15 Jahre lang kümmert er sich sehr intensiv um Pflege und Schutz von Tag- und Nachtgreifern. Daneben sind noch Familie und Beruf, für die Weiterentwicklung seiner fotografischen Fähigkeiten bleibt da nicht mehr viel Zeit. Nach Beendigung dieses Projekts erwachte sein fotografisches Interesse neu, das Zeitalter der digitalen Fotografie hatte bereits begonnen. „Die digitale Fotografie hat vor allem den Vorteil, dass man sehr schnell dazulernen kann. Weil man sofort sehen kann, was man falsch gemacht hat, was an der Belichtung oder an der Tiefenschärfe nicht passt, und so weiter“, erzählt er. Wolfgang Dolak kauft sich seine erste Digitalkamera und ist begeistert. Gleichzeitig vertieft er sich mehr und mehr ins Internet, knüpft zahlreiche Kontakte zu Fotografen aus aller Welt und lernt von ihren Bildern.Erfolg bei WettbewerbenUm sein Equipment zu erweitern, kommt er auf die Idee, bei Fotowettbewerben teilzunehmen, was durch das Internet einfach ist. Er reicht bei einem kleineren Bewerb eine Landschaftsaufnahme ein und gewinnt einen professionellen Fotorucksack. Das motiviert. Eine puertorikanische Fotografin, die von seinen Bildern begeistert ist, informiert ihn über den großen „International Photography Award“ in Los Angeles. Er reicht 2004 einige Bilder ein und schafft auf Anhieb mit einem Landschaftsbild den zweiten Platz in der Kategorie „künstlerische Landschaftsfotografie“. Alle anderen Bilder werden lobend erwähnt. „Das war ein toller Erfolg für mich“, erzählt Dolak. Er nimmt mehrmals mit hervorragenden Erfolgen teil, bis er schließlich den ersten Platz erreicht. „Nachdem ich gesehen habe, dass es funktioniert, war mir klar, dass ich solche Wettbewerbe nicht mehr brauche.“Liebe zum WaldviertelSeine Erfolge hat er mit Landschaftsaufnahmen der Heimat erreicht. „Ich liebe das Waldviertel. Es ist für mich Heimat, Ruhe und hier gibt es noch relativ unberührte Naturlandschaften. In seinen Bildern tauchen oft Granitsteine auf. „Diese Steine ringen mir große Ehrfurcht ab“, schildert er, „das Waldviertel ist ein fantastischer Ort zum Fotografieren. Zu jeder Jahreszeit, bei jedem Wetter.“ Wolfgang Dolak sieht sich selbst als Teil der Natur. „Ich bin froh, dazugehören zu dürfen“, sinniert er. Diese Zugehörigkeit zu einem größeren Ganzen versucht er auch in seinen Bildern auszudrücken.Ein gutes FotoFür ihn hat ein gutes Foto immer eine Botschaft. „Es muss emotional auf mich wirken. Es muss das Auge und das Hirn ansprechen und ein Gefühl in mir hervorrufen.“ Hat er Tipps für Hobbyfotografen? „Ganz wichtig ist, für sich selbst zu fotografieren. Die Bilder sollen einem selbst gut gefallen.“ Die Kamera und das Equipment gilt es zu beherrschen. Er empfiehlt einen Grundkurs zur Fotografie, in dem die Zusammenhänge zwischen Blende, Belichtungszeit und so weiter zu erfahren sind. Mehr von seinen lässigen Bildern gibt es auf seiner Website. Ein Besuch lohnt sich – oder auch mehrere.Mehr Infos und Bilder unter: www.wolfgangdolak.com

 


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