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BEZIRK PERG. Eine der Branchen, die durch die Coronakrise mit am meisten getroffen wurde, ist die Gastronomie. Nachdem viele Wirte die Zeit mit Abhol- und Lieferservices überbrückt haben, dürfen sie ab 15. Mai wieder öffnen. Tips hat mit Bezirks-Wirtesprecher Christian Geirhofer über die Lage gesprochen.

Statt Essen zum Mitnehmen können bei den regionalen Gastrobetrieben - wie beim Stoabaunwirt in St. Georgen am Walde - demnächst wieder Speisen konsumiert werden. Foto: Hochgatterer

Mit der Familie Essen gehen, sich gemeinsam am Wirtshaustisch über das Leben freuen und die Sorgen vergessen - der gesellige Alltag stand in den vergangenen Wochen durch die Corona bedingten Maßnahmen still. Am 15. Mai dürfen die Gastro-Betriebe nun endlich wieder öffnen. Und ab 29. Mai Hotels und Pensionen. Es gelten aber strenge Auflagen: Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes für die Kellner ist Pflicht, ein Mindestabstand zwischen den Tischen muss eingehalten werden, im Restaurant dürfen nur gegen Vorreservierung vier Erwachsene plus Kinder Platz nehmen und die Sperrstunde um 23 Uhr ist einheitlich. „Wir freuen uns schon wieder alle auf das Aufsperren unserer Lokale. Die Schließung für so lange Zeit ist eine Katastrophe - gerade für kleinere Betriebe. Dass natürlich jetzt mit Mai auch viele Feierlichkeiten, wie Muttertag, Firmung oder Erstkommunion ausfallen, schmerzt uns Wirte besonders“, betont Bezirks-Wirtesprecher Christian Geirhofer vom Mühlviertler Hof in Schwertberg.

Unverständnis bei der Anzahl der Personen am Tisch

Ein Problem sieht er in der Vorschrift von maximal vier Personen an einem Tisch: „Das große Problem ist die Personenregelung von vier Erwachsenen plus Kinder. Privat darf man zu zehnt beieinander auf einem Tisch sitzen und im Wirtshaus nicht. Und auch Menschenmassen dürfen den Baumarkt stürmen und in der Gastronomie ist man so pingelig. Das ist unverständlich“, zeigt sich Geirhofer leicht verärgert.

Hotel offen aber keine Gäste

„Imbissstände werden wohl die wenigsten Umsatzeinbußen haben. Aber die klassische Gastronomie, die ohnehin schon gefährdet war, ist auch jetzt wieder am ärmsten. Jahrelang wird vom Wirtesterben gesprochen und auch jetzt bekommt die Gastroszene die meisten Auflagen und nur wenige Förderungen“, so Geirhofer. Gerade Wirtsleute die vor Kurzem in ihren Betrieb investiert und umgebaut oder renoviert haben, leiden nun. „Auch ich habe in meinem Schwertberger Traditionsbetrieb viel in den Umbau investiert. Nun fehlen Nächtigungen und Feierlichkeiten. Das Hotel ist zwar für Geschäftsreisende geöffnet aber woher sollen die Leute kommen? Firmen sind noch vorsichtig und internationale Gäste bleiben durch die Grenzschließung ohnehin aus“, sagt der Schwertberger Wirtesprecher.

„Die ersten Reservierungen sind bereits eingegangen“

Erfreulich ist, dass in den Gasthäusern wo das Abholservice für Essen angeboten wurde bzw. wird, meist sehr gut läuft. Viele Menschen wollen die Wirte unterstützen und nutzen daher ihren Wirt im Ort. Auch in Zukunft sollte man mehr auf Regionalität schauen. Hier hat ein Umdenken stattgefunden: Urlaub zuhause, im Ort kaufen und beim lokalen Wirt konsumieren. „Wir haben auch bereits einige Reservierungen angenommen. Die Leute freuen sich auf die Öffnung und auf die ersten Schanigarten-Tage. Wir müssen das Kulturgut Wirtshaus erhalten. Das ist momentan wichtiger denn je, ansonsten gibt es in den kleineren Orten bald keine Wirtshäuser mehr“, so Geirhofer.


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