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SCHWERTBERG. Ihre Begeisterung für die „Bretter, die die Welt bedeuten“ vereint sie seit Jahrzehnten. Dieses Jahr feiert die Laienspielgruppe Schwertberg - heute Aiserbühne - ihr 50jähriges Bestehen. Grund genug, sie zu feiern und einige treue Wegbegleiter vor den Vorhang zu holen. Am kommenden Wochenende kann man die Jubiläumsproduktion „Viel Lärm um Nichts“ noch besuchen.

Die Aiserbühne gehört zu den 99 Sachen, die man sich nicht entgehen lassen darf.
Die Aiserbühne gehört zu den 99 Sachen, die man sich nicht entgehen lassen darf.

„Ja damals!“ Man schreibt das Jahr 1965 und die Laienspielgruppe Schwertberg spielt „Den Glockenguss zu Breslau“ im Gasthaus Weiß. Was folgt, ist ein Konzept des Vereinsgründers Franz Reindl für den Bau einer Freilichtbühne auf der Aiser (mit 250 Schilling in der Vereinskasse).  Menschen, die mit Begeisterung an einem Strang ziehen und mit dem nötigen Teamgeist ausgestattet sind, setzen einen Stein auf den anderen. Der Verein entwickelt sich zu einer verschworenen Gemeinschaft. Mit viel Engagement und Freiwilligenarbeit entsteht in einem ehemaligen Steinbruch nach zehnjähriger Bauzeit eine Freilichtbühne. Das Theater auf dem Aiserberg erlebt 1976 seine erste Produktion: Das Bauernkriegsstück „Stefan Fadinger“ steht am Spielplan. „Damals waren rund 180 Darsteller mit Pferden beteiligt“, erinnert sich Dietmar Achhorner an seinen ersten Auftritt. Die Laiendarsteller bringen seither Jahr für Jahr dramatisches, komisches und possenhaftes Open-Air-Theater zur Auffführung. Rund 30 Mal stand Achhorner in den letzten 40 Jahren auf der Bühne.

Gründungsmitglied Ingrid Hinterholzer  „Ich habe bereits eine Inventarnummer“, lacht Vereins-Ehrenmitglied Ingrid Hinterholzer. Sie war im zarten Alter von 17 Jahren Gründungsmitglied des Vereines und blickt auf 50 Jahre aktiver Mitarbeit zurück - sei es als Darstellerin, Schriftführerin, Kostümbildnerin oder Requisiteurin. Obmann Fritz Hinterholzer kann auf 37 Jahre Zugehörigkeit verweisen: „Ich bin als Gast bei einem Ausflug der Theatergruppe mitgefahren und habe hier gleich meine Frau Ingrid kennen gelernt. Der Rest hat sich ergeben.“ Auch Allrounder Gerhard Mayböck und seine Gerti haben sich hier gefunden. Mayböck verbringt seit 40 Jahren jede freie Minute auf der Aiser. „Ich muss praktisch mit dabei sein, damit ich ihn hin und wieder sehe“, sagt Gerti Mayböck mit einem Augenzwinkern.   Aiser-Leute machen „Wenig Lärm um Vieles“Die Ehrenamtlichen rund um die Aiserbühne - sie alle zusammen sind ein Stück Volkskultur. Sie vermitteln Lebensfreude und stiften Gemeinschaft. Ihr Engagement ist mit kreativem Bewahren und tausenden freiwilligen Arbeitsstunden verbunden.  Heuer wird Shakespeares „Viel Lärm um Nichts“ gespielt. Wenn man sich die Leistungen der Laienspielgruppe über die Jahrzehnte vor Augen führt und wie wenig Aufhebens die Aiser-Leute davon machen, kann man nur sagen: „Wenig Lärm um Vieles“.Die letzten Termine: 2., 3., 4. Juli, 21 Uhr.

INFO Aiserbühne Seit 1965 insgesamt etwa 2.400 Veranstaltungen (darunter 60 Theateraufführungen und 30 Märchenspiele) und 100.000 Theaterbesucher. Auszeichnungen: Max Mell Medaille, Landeskulturpreis 1998, Kiwanis Kulturpreis 2000. 28 Gründungsmitglieder, derzeit rund 200 Mitglieder. Die Anlage: über 4.500 m² bebauter Raum auf einer Gesamtfläche von 28.700 m². Rund 350.000 freiwillige Arbeitsstunden für den Bau der Bühnenburg.


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