"Niederösterreich wird pestizidfrei"
SENFTENBERG. Die landesweite Initiative „Natur im Garten“ macht sich für ökologische Grünräume stark. Nicht nur Privatgärten sondern auch öffentliche Grünanlagen sollen frei von Unkrautvernichtungsmitteln (Pestizide), chemischen Düngern und Torf werden. Bei einer Pressekonferenz auf der Burgruine Senftenberg (Bezirk Krems) wurden heute Alternativen vorgestellt, wie sich Unkraut ohne Chemieeinsatz bekämpfen lässt.

„Niederösterreich wird pestizidfrei“ lautet das hochgesteckte Ziel von Landeshauptmann-Stellvertreter Wolfgang Sobotka (ÖVP). Immerhin 105 Gemeinden bekennen sich bereits zum Verzicht auf Pestizide in öffentlichen Räumen wie Kinderspielplätzen, Parks oder Freibäder. 26 Kommunen wurden zur „Natur im Garten Gemeinde“ ernannt, zuletzt Senftenberg im Bezirk Krems. Nach einem Gemeinderatsbeschluss pflegen diese Kommunen ihre öffentlichen Grünflächen künftig nicht nur ohne Pestizide, sondern auch ohne Torf und chemische Dünger.
“85 Prozent der Niederöstrreicher wünschen sich eine ökologisch gepflegte Gemeinde“, erklärt Sobotka. Vor allem Kinder aber auch Haustiere sollen sich sicher in freier Natur bewegen können. Laut „Natur im Garten“ gilt beispielsweise der bekanntesten Pestizid-Wirkstoff, Glyphosat, wahrscheinlich als krebserregend für den Menschen. Seit 1999 setzt sich „Natur im Garten“ für den Verzicht von Pestiziden in Privatgärten ein, jetzt wurde die Aktion auf Gemeinden ausgeweitet.
Auf der Burgruine Senftenberg stellten Vertreter von „Natur im Garten“ nun ökologische Alternativen zur Grünraumpflege vor. Thermische Verfahren zum Beispiel nutzen Hitze (offene Flammen, Heißluft, Heißwasser oder Dampf), um Unkräuter zum Absterben zu bringen. Sie sind für alle Arten von Wegen geeignet. Weiters gibt es mechanische Verfahren mit Bürsten oder Besen, die in verschiedenen Ausführungen erhältlich sind. Für Privatanwender gibt es mechanische Geräte wie Fugenkratzer, Stahlbesen, Hochdruckreiniger oder thermische Geräte. „Es ist sicher ein Mehraufwand, aber es lohnt sich“, ist Wolfgang Sobotka überzeugt.
„Natur im Garten Gemeinden“:
Waldviertel: Allentsteig, Artstetten, Senftenberg
Mostviertel: Krummnußbaum, Mank, Neumarkt an der Ybbs, St. Anton an der Jeßnitz, St, Leonhard am Forst, Waidhofen an der Ybbs
NÖ-Mitte: Böheimkirchen, Gablitz, Nußdorf ob der Traisen, Tulln, Türnitz, Zeiselmauer-Wolfpassing, Absdorf, Klosterneuburg


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden