Wangener Orgelmittag – perfekt, hinreißend und brillant
SONNTAGBERG. Das Orgelmittagkonzert am Sonntag, 12. Juli 2020, machten der Organist Georg Enderwitz und sein Ensemble zum musikalischen Erlebnis. Enderwitz ist Kirchenmusiker und Organist in Wangen im Allgäu, von dort kommen auch Maria Hartmann (Flöte) und Marcus Hartmann (Viola). Dazu gesellte sich in Freundschaft Regina Schwingenschlögl aus Seitenstetten mit ihrer Flöte. (Rezension Peter Bubenik)

In den Werken für zwei Flöten, Viola und Basso continuo von J. G. Janitsch und in der Triosonate von F. Benda in derselben Besetzung, kamen die Flöten voll zur Geltung. In gemeinsamer Tonsprache, oft im faszinierenden Gleichschritt erlebte man liebliche Melodien, flottes tänzerisches und stimmungsvolles Zusammenspiel. Die Flöten in schönster Tongebung legten in den langsamen Sätzen einen Teppich melodischen Klanges und gefielen in den Allegro- oder Presto-Sätzen durch brillantes Spiel.
Eröffnung mit Bach
Der Organist begann mit einer hinreißenden Wiedergabe des ersten Satzes aus dem Concerto in G von J. S. Bach. Er zog gleich zu Beginn des Konzerts mit seinem lockeren, perfekten und temporeichen Spiel in Bann. Es war ein toller Bach – beherzt und effektvoll. Bei Mozarts Adagio und den Flötenuhrstücken von J. Haydn genoss der Organist die wunderbaren Register und ließ die Orgelflöten quirlig musizieren.
Zum Abschluss: Isfried Kayser
Den Schluss des Konzerts besorgte er mit einer Komposition des schwäbischen Mönchs aus der Barockzeit Isfried Kayser, und zwar mit seiner Parthia in Es-Dur. Ungemein ansprechende Musik ist das. Der erste Satz, Allegro, legt gleich markant los und in steigernder Echowirkung kommt es zu einem ersten Höhepunkt mit strahlender Orgel. Dem besinnlichen zweiten Satz folgt wieder ein quirliges, quicklebendiges Allegro, das dann in ein fulminantes Finale mündet. Die technisch perfekte Spielweise des Organisten holte aus der Orgel ein finales Klangerlebnis. Frenetischer Applaus des doch zahlreichen Publikums dankte den Künstlern.
Vorankündigung: Von Monteverdi bis Zambal
Das Orgelmittagkonzert am Sonntag, 19. Juli 2020, verspricht ein furioses Programm mit hervorragenden Künstlern. An der Orgel musiziert Walter Zambal, ein Garant für Qualität und blendende Orgelkunst. Begleitet wird er vom geschätzten Vokalensemble „uni-sono“. Auf dem bunten und ungemein abwechslungsreichen Programm stehen u. a. Werke von C. Monteverdi, M. Durufle, G. Faure, A. Vivaldi, C. Saint-Saens. Am Schluss des Konzerts erklingt das Werk „Concerto in memoriam Antonio Vivaldi“ von Walter Zambal. Freiwillige Spenden sind erbeten.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden