Abwechslungsreiches und spannungsgeladenes Eröffnungskonzert
SONNTAGBERG. Das Orgelmittagkonzert am Sonntag, 1. Juli 2018, war ein bunter Blumenstrauß köstlicher Musik. Die Ausführenden stellten ein abwechslungsreiches und spannungsgeladenes Programm vor.

Das Konzert begann der Organist Thomas Schnabel mit einem Paukenschlag – der bemerkenswerten Toccata Tertia von G. Muffat. In diesem prächtigen Werk zeigte der Solist bereits seine technische Perfektion und seine verinnerlichte Musikalität. In fein abgestimmter Registrierung führte er das Werk in einer wunderbaren Klangfülle zum Schlussakkord. In weiteren Werken konnte man die Klangpracht der Orgel voll genießen. Die heitere und kunstvoll gearbeitete Fuga in C-Dur von J. Pachelbel erfreute dabei genauso wie die Toccata und Fuge A-Dur von H. Freunthaller. Dieses Werk spielte Thomas Schnabel als Verbeugung vor dem Komponisten, der seinen 95 Geburtstag in diesen Tagen feiert. Das Werk selbst überrascht in seiner reinen Tonalität und in der rhythmischen Durcharbeitung.
Glänzende Sopranistin
Im „Gaudeamus omnes“ von T. Merula glänzte Elisabeth Schnabel mit ihrem geradlinigen, vollen, angenehmen Sopran. Diesen konnte man anschließend bei der Arie „Höchster, was ich habe“ von J.S. Bach ausgiebig genießen. Das große Sopransolo des „Benediktus“ aus der Mozartschen Messe in B-Dur sang Elisabeth Schnabel perfekt und ungemein innig. Die Blockflöte, der Günther Haberfellner wundervolle, feine, samtene Töne entlockte, konzertierte mit der Stimme der Sopransolistin harmonisch. Die beiden, Sopran und Blockflöte, ergaben sich in einer klangvollen, schattiert gestaffelten, kooperativen Tonsprache. Es war ein Erlebnis zuzuhören.
Großes Geschick auf Flöte und Violoncello
In der Sarabande und der Gigue von J.S. Bach für Cembalo und Blockflöte zeigte dann Günther Haberfellner sein ganzes großartiges Geschick und Können. Beide Instrumente konzertierten miteinander in schönster Art und Weise. Den festen, zuverlässigen Basso continuo legte perfekt und tonrein Eva Schnabel bei allen Stücken.
Den Schlusspunkt des Konzerts setzte dann Thomas Schnabel mit der fulminanten „Sortie d-Moll“ von Leon Boellmann. Es war ein Konzert, das den zahlreichen Zuhörern – die Kirche war vollbesetzt – mehr als gefiel, wie der reichliche Schlussapplaus bezeugte.


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