Skicrosser Daniel Traxler kämpfte sich in den Weltcup zurück und hat große Ziele
SPITAL AM PYHRN. Seine Leidenschaft zum Skifahren entdeckte er als kleines Kind, mit drei Jahren stand er das erste Mal auf Skiern und nahm mit sechs Jahren an den ersten Rennen teil: Daniel Traxler ist derzeit erfolgreichster Skifahrer aus dem Bezirk Kirchdorf. Der 26-jährige Weltcup-Skicrosser aus Spital am Pyhrn verrät, warum er trotz Oberschenkelbruch und Bandscheibenvorfall nicht aufgegeben hat und welche Ziele er noch verfolgt.

Tips:Was begeistert Sie am Skicross?
Daniel Traxler: Am meisten begeistert mich das Duell Mann gegen Mann. Es ist schon im Startgate eine ganz andere Situation, wenn man die Gegner spürt. Man merkt sofort, ob jemand Angst hat oder Schwäche zeigt und das nutzen die Gegner aus. Deshalb heißt es, noch fokussierter zu bleiben, bei sich zu bleiben und sich davon nicht beeinflussen lassen. Man muss flexibel sein und viel flexibler trainieren. Es darf einem nichts ausmachen, dass es neben, hinter und vor einem teilweise wild zugeht.
Tips:Trotz Oberschenkelbruch 2016 und Bandscheibenvorfall 2017 kämpften Sie sich wieder zurück. Warum haben Sie nicht aufgegeben?
Traxler: Der Oberschenkelbruch war ein riesiger Rückschlag für mich. Der Heilungsverlauf verlief sehr gut, allerdings war es mental eine harte Prüfung. Ich sah meine Kollegen Rennen fahren, während ich zuhause vorm Fernseher saß. Ich hatte sicher einige Tiefs, bei denen ich mir nicht mehr sicher war, ob es je wieder einmal möglich sein wird, in den Weltcup zurückzukehren und vorne mitfahren zu können. Doch wenn ich etwas will, kann ich über mich hinauswachsen. Ich hatte in der Vergangenheit immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen und aufgeben war noch nie eine Option für mich. Der Spaß am Skicrossen, das tolle Team, das Reisen und vor allem meine Leidenschaft am Sport haben mich angetrieben. Beim Bandscheibenvorfall war es dann das selbe. Aber ich wusste, dass ich es noch ein zweites Mal schaffen kann.
Natürlich darf man auch die Familie nicht außer Acht lassen, die mich immer unterstützt hat und hinter mir gestanden ist. Dieser Rückhalt hat sehr gut getan und für das bin ich ihnen über alles dankbar.
Tips:Wie haben Sie es geschafft trotz Rückschlag sogar noch stärker als zuvor zu fahren?
Traxler: Ich habe durch die Verletzungen sehr viel gelernt, vor allem auch mental. Und das konnte ich dann für die Rennen mitnehmen. Ich bin jetzt einfach extrem froh, gesund zu sein, wieder Skicrossen zu dürfen. Alles, was ich die zwei Jahre vermisst habe, schätze ich nun umso mehr. Ich denke, dass mich der Spaß an dem, was ich tue, wieder dorthin zurückgebracht hat, dazu konsequentes Training im Olympiazentrum Rif und mein Wille und Durchhaltevermögen. Ich bin für vieles sehr dankbar und man lernt, dass Erfolge nicht alles sind, wenn man nicht gesund ist.
Tips:Was machen Sie abseits des Skicross?
Traxler: Ich verbringe auch abseits der Karriere sehr viel Zeit mit dem Sport. Ich bin gerne in den Bergen unterwegs, spiele Fußball und Tennis und gehe Klettern. Ansonsten bin ich auch sehr gerne mit der Familie unterwegs, unternimm etwas mit meinen beiden Schwestern oder mit Freunden.
Tips:Was sagt Ihre Familie zu Ihrer sportlichen Karriere?
Traxler: Meine Familie verfolgt meine Karriere natürlich sehr genau und euphorisch. Mama nimmt die Rennen meistens auf und sieht sie sich später immer wieder an. Heuer haben sie mich mit dem Schiverein Spital am Pyhrn sogar bei den Rennen in Innichen besucht. Das war wirklich eine sehr große Ehre und Freude für mich, dass so viele Leute so eine weite Reise in Kauf genommen haben, um zuzusehen. Einige Kinder der Volksschule haben mir Zeichnungen und Glückwünsche mitgeschickt, das hat mich schon sehr beeindruckt und gefreut.
Tips:Was verbinden Sie mit Ihrer Heimat Spital am Pyhrn?
Traxler: Wenn man so viel unterwegs ist merkt man erst, wie schön es zuhause ist. Ich verbringe viel Zeit beim Trainingsstützpunkt im Olympiazentrum in Salzburg. Dennoch komme ich immer sehr gerne nach Hause, um Kraft zu tanken. Mein Hauptwohnsitz liegt immer noch in Spital am Pyhrn. Ich bin sehr heimatverbunden und deshalb gibt mir die Gegend besonders viel Kraft. Die Ruhe zuhause in den Bergen genieße ich und ich finde die Gegend sehr schön. Die unberührte Natur ist einfach unglaublich.
Tips:Sind Sie noch aktiv bei Vereinen in Spital am Pyhrn?
Traxler: Beim Schiverein helfe ich aus, so oft es mir möglich ist. Aber wenn ich zuhause bin, komme ich auch gerne mal beim Training oder bei Rennen vorbei, helfe bei den Damen-FIS-Rennen oder fahre dann selbst beim Abschlussrennen mit. Allerdings sind es leider nur vereinzelte Tage.
Tips:Wie haben Sie die Feiertage verbracht?
Traxler: Die Feiertage habe ich zuhause verbracht. Wir hatten zwischen Weihnachten und Silvester kein Schneetraining. Ich habe zuhause Kondition trainiert und auch mal ein paar Tage etwas entspannt.
Tips:In der aktuellen Saison war Ihr bestes Ergebnis ein achter Platz. Es sind noch mehr als die Hälfte der Rennen zu fahren. Was nehmen Sie sich dafür vor?
Traxler: Die Saison war bis jetzt in Ordnung. Der Grundspeed passt sehr gut. Leider hat es noch nicht für ganz vorne gereicht. Doch es stehen noch viele interessante Rennen an, Kurse die mir sehr gut gefallen, da es sehr anspruchsvolle sind. Mein großes Ziel ist mein erster Weltcupsieg. Ich will also heuer das erste Mal in meiner Karriere ganz oben stehen und ein Rennen gewinnen. Dafür hab ich mich jetzt noch einmal sehr gut vorbereitet und Kraft getankt und bin jetzt bereit für die nächsten Aufgaben.


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