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Bürgerversammlung in Strögen. Trinkwasserversorgung für die Zukunft?

Leserartikel Robert Porod, 14.04.2018 11:36

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Die Gemeinde St. Bernhard hat am 12. April zu einer Bürgerversammlung ins „Dorfzentrum Strögen“ geladen.

Bereits in der vorangegangenen  Gemeinderatssitzung führte der Bürgermeister aus, dass es in  vereinzelten Fällen in den Katastralgemeinden Strögen, Poigen und Grünberg Beeinträchtigungen der hierortigen Brunnentrinkwasserqualität gebe. Demzufolge wurden nun die Bürger in den jeweiligen Katastralgemeinden zu einer Bürgerrunde eingeladen in welcher eine Machbarkeitsstudie zum Thema öffentliche Wasserversorgung vorgestellt wurde.

Der beauftragte Ziviltechniker führte in seiner umfassenden Präsentation wie folgt aus.

So ist z.B. der durchschnittliche tägliche Wasserverbrauch je Einwohner in Frauenhofen bei ca. 177 l gelegen, in          St. Bernhard bei ca. 164 Liter. Für die Katastralgemeinde Strögen wurde nun ein durchschnittlicher täglicher personenbezogener Wasserbedarf in Höhe von ca. 170 Liter erfasst.

In Strögen wären für einen Anschluss an die öffentliche Wasserversorgung 80 Personen, bzw. 40 Liegenschaften betroffen, in Poigen/Grünberg wären dies 220 Personen.

Für die Baukosten inkl. errechneter Nebenkosten sind lt. dieser Studie für Strögen ca. 480.000 Euro veranschlagt, Die Gesamtkosten für alle drei Katastralgemeinden wären mit ca. 1.730.000 Euro beziffert. Derzeit sind laufende Betriebskosten in Höhe von 7 % Gebühren an den Horner Wasserverband zu zahlen. Würden nun die drei Katastralgemeinden in die öffentliche  Wasserversorgung aufgenommen werden, so sind in weiterer Folge 8 % Abgaben an „Horn“ zu leisten. In Zahlen ausgedrückt: derzeit sind dies jährlich ca. 55.000 Euro. Im dargestellten Gesamtpaket wären diesem nun folgend  ca. 65.000 Euro.

Das finanzielle Gesamtvolumen für die Gemeinde bewegt sich für dieses Bauvorhaben,  lt. der Studienschätzung bei ca. einer Darlehenssumme von 1.840.000 Euro. Neben Darlehensförderungen von Bund und Land hat die Gemeinde mit einer jährlichen Ratenzahlung in Höhe von ca. 55.000 zu rechnen.

Neben Erhöhung der Wasserverbrauchsgebühr und Bereitstellungskosten kämen lt. Modelldarstellung für jeden neuen Hausanschluss in Strögen, Poigen und Grünberg auch Anschließungsgebühren zur Zahlung.

Beispielhaft wurden benannt.

Kleines Haus – Anschlußgebühr ca. 1920 Euro

Mittleres Haus – Anschlußgebühr ca. 2900 Euro

Großes Haus – Anschlußsgebühr ca. 5270 Euro.

Die Wasserbereitstellungsgebühr wird nach Eingliederung der Katastralgemeinden Strögen, Poigen und Grünberg für alle im öffentl. Wassernetz betroffenen Haushalte eine Erhöhung der Gebühr bedeuten, dzt. 66 Euro, später nun 90 Euro.

Unmittelbar nach dieser mit Power Point unterstützten Darstellung der Machbarkeitsstudie gab es eine Vielzahl an Bürgerfragen an den Bürgermeister und an den beauftragten Ziviltechniker.

Die SPÖ brachte wiederholt die Frage an  den  Bürgermeister ein, nun endlich Zahlen, Gutachten über die immer wieder vermeintliche vorgebrachte verminderte qualitative und quantitative Problemsituation   von den betroffenen Brunnenbesitzern vorzulegen. Wie auch schon in der Gemeinderatssitzung, so konnte auch hierorts keine Atteste vorgelegt werden.  Auch konnte der Bürgermeister nicht beantworten wie viele Bürger bzw. Liegenschaften tatsächlich betroffen seien.

Seitens der SPÖ wurde vorgebracht dass inhaltlich die Studie äußerst interessant sei, einen wichtigen Aspekt liefere für die gesetzliche Trinkwasserversorgung in jedem Haushalt, trotz alldem  ist dieses Projekt dzt. völlig über das „Ziel geschossen“.

Die SPÖ fordert vor Umsetzung dieses Projektes wiederholt den Bürgermeister auf endlich zu evaluieren und offen zu legen,

a)       Erfassung der Art und Anzahl der Problemsituationen bei betroffenen Brunnen in allen Orten – Strögen, Poigen und Grünberg

b)       Fachliche Beurteilung der Brunnensituation vorort, denn oft genügen schon einfache, kostengünstige Verbesserungen an den Brunnen, um Verunreinigungen des Wasser wirkungsvoll zu verhindern und auch die quantitative Wassersicherheit wieder herzustellen.

Hausbrunnen für den privaten Gebrauch, die Wasser nicht in Verkehr bringen, unterliegen nicht den Regelungen der österr. Trinkwasserverordnung. Trotzdem empfiehlt es sich einmal jährlich eine chemisch- bakteriologische Untersuchung vornehmen zu lassen. Im Rahmen der Aktion Hausbrunnenberatung (Land NÖ)  werden kostengünstige Trinkwasseruntersuchungen zum Preis von 60 Euro angeboten. Diese wären nun auch für dieses umfassende Projekt für die SPÖ eine bedeutende Grundlage fundiert, bestätigt zu wissen welcher Art gesundheitliche Verunreinigungen und Probleme tatsächlich vorort vorliegen.

c)       Die SPÖ fordert die Mehrheitsfraktion im Gemeinderat auf, den Bürgern neben dieser einseitig dargestellten Trinkwasserversorgungssicherheitsnotwendigkeit  auch hilfreich und beratend bei der eigenen Brunnenproblematik zur Seite zu stehen. Auch sei endlich transparent hinzuweisen das es auch bei den Brunnenwasseranlagen Förderungen gibt.

In Österreich versorgen sich noch immer ca. 10 % der Haushalte mit eigener Brunnenwasserversorgung.

Abschließend sei festgehalten, es ist auch Eigenverantwortung gefragt, ein vernünftiger Umgang und Verbrauch ist immer notwendig. Wasser ist ein zu wertvolles Gut um verschwendet zu werden, egal welcher Bezugsquelle man sich bedient.

In den Katastralgemeinden Strögen, Poigen und Grünberg  müssen für die SPÖ vorerst alle erdenklichen Maßnahmen bei den betroffenen Einzelbrunnenanlagen erfasst werden und einer Lösung zugeführt werden.

Eine „Zwangsbeglückung“ nur wegen einiger bis dato nicht nachgewiesener Brunnenprobleme ist der falsche Weg.

Die NÖ Landesregierung stellt hierzu auch eine sehr informative Broschüre vor die jedem Brunnenbesitzer nahegelegt und bereitgestellt werden soll.

Nachzulesen und als Download bereitstehend:

Link Land NÖ Trinkwasser

Brunnen Info - Land NÖ

Letztlich darf als Nachsatz angeführt werden, dass beim Verkauf der Trinkwasserquelle in Frauenhofen auch „einiges im Argen lag“. Die Bürger müssen offen und transparent informiert werden.

Ihre SPÖ, GR Robert Porod


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