Race Around Austria: Neuling RSC Wolfsegg holt Vierer-Sieg, Strasser das Triple
ST. GEORGEN. Das Race Around Austria 2016 ist geschlagen. Der RAA-Neuling RSC Wolfsegg zeigte auf und holte sich den Sieg bei den Vierer-Teams. Der Einzelsieg ging zum dritten Mal in Folge an den Extremradsportprofi Christoph Strasser.

„Abenteuer – Teamgeist – Navigation – Radfahren“ sind die Schlagworte zum härtesten Radrennen Europas mit seinen 2200 Kilometern und 30.000 Höhenmetern rund um Österreich.Die Verwirklichung dieser Herausforderung endete als größter sportlicher Team-Triumph 2016 für Rudi Hötzinger, Hubert Distler, Johann Gittmaier und Christof Gstrein, die vier Starter aus Wolfsegg. Der RSC Wolfsegg ist mit seinen Mitgliedern österreichweit bei verschiedensten Sportbewerben vertreten. Rennen zu bestreiten ist für diesen Verein also nichts Ungewöhnliches, aber das Race Around Austria war Neuland. Der Respekt vor der Distanz und den Höhenmetern sowie eine abgeschlossene Spanferkel-Wette formulierte Anfangs das Minimalziel auf „nur nicht Letzter werden“.
Große Herausforderung
In der Vorbereitungsphase wurden flexible Strategien ausgetüftelt, um die Stärken der Fahrer dem Höhenprofil der Strecke anzupassen. Neben der Strategie war auch die logistische Herausforderung ein großes Thema. Denn immerhin mussten 13 Betreuer und vier Rennfahrer versorgt und befördert werden. Das Autohaus Schmidt aus Ottnang hat sich bereit erklärt, das Team mit zwei Autos zu unterstützen. Ein weiteres Auto und ein Wohnmobil komplettierten die Flotte des RSC. „Unsere Low cost-Planung konnten wir durch großteils örtliche Sponsoren abdecken“, so die Sportler.Regen und Kälte waren ständiger Begleiter. Die wenigen sonnigen Phasen wurden teilweise durch sehr starken Gegenwind getrübt. All das schien den vier RSClern nichts anzuhaben, denn ab dem Burgenland wurde der Turbo gezündet und die Führung übernommen. Zug um Zug, Berg um Berg wurde der Vorsprung ausgebaut. Akute Glatteisgefahr am Großglockner änderte kurzfristig die geplante Streckenführung über den Felbertauern. Die Passklassiker Gerlos, Kühtai, Faschinajoch, Hochtannberg wurden mit maximal körperlichen und technischen Einsatz rasch bewältigt. Als am dritten Tag auch noch der Filzen- und Dientner Sattel in Führung liegend überwunden wurde, schien man sich dem Sieg schon ziemlich sicher. Probleme in Hallein ließen den Vorsprung auf das zweitplatzierte Team Nakita & Siga aber rasant schwinden. Nach 2100 Kilometern wollte man sich den Sieg nicht mehr nehmen lassen, und so wurde auf den letzten Kilometern das Tempo noch mal verschärft und es entwickelte sich ein ganz besonderes Zeitfahren.Die Wolfsegger konnten noch einen Vorsprung von 16 Minuten ins Ziel retten und somit das Race Around Austria im 4er-Team gewinnen.
Die Familienangehörigen, viele Freunde und Bekannte bereiteten den glorreichen Siegern einen sehr emotionalen Empfang in St. Georgen. „Das RAA war ein fantastisches Abenteuer durch eine wunderbare österreichische Landschaft. Vor allem in Erinnerung wird der Teamgeist und Spirit bleiben, der sich vor und während des Rennens entwickelte und erfolgsentscheidend war“, freuen sich die vier Wolfsegger. Nähere Infos zum Team gibt“s unter www.rsc-wolfsegg.at.
Strasser holt Triple
Der Steirer Christoph Strasser feierte ein fulminantes Comeback nach einem Sturz im September 2015. Er bewältigte die Strecke in drei Tagen, 12 Stunden und 41 Minuten. Nur eine Stunde und zehn Minuten Schlaf hatte er in diesen vier Tagen, aufgeteilt in Powernaps. „Hier zu fahren und zu gewinnen ist einfach richtig geil“, zeigte sich Strasser von der Unterstützung auf der Strecke begeistert. Bei den Damen ging der Sieg an die Italienerin Angela Perin.
Den Zweierteam-Sieg holten sich die Steirer Severin Zotter und Lukas Kienreich (V.URC, zwei Tage, 20 Stunden, 7 Minuten). Gleich nach dem ersten Zweierteam kam Peter Gruber als Sieger des Race Around Austria 1500, der „kurzen“ Umrundung Österreichs, über die Ziellinie in St. Georgen.
Tolle Stimmung
Acht Tage lang verwandelte das Team rund um Rennleiter und Organisationschef Michael Nussbaumer St. Georgen zum Mittelpunkt des Ultracyclingsports. „Die gesamte Region steht hinter unserem Projekt. St. Georgen ist wirklich zum Wohnzimmer der österreichischen Ultraradszene geworden“, freut sich der 30-Jährige. In St. Georgen fand gleichzeitig das vierte Attergauer Marktfest mit viel Musik, Kulinarik und natürlich dem Race Around Austria-Zieleinlauf statt. Unter die zahlreichen Besucher mischten sich auch Extremsportler Wolfgang Fasching und Skirenläuferin Mirjam Puchner.


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