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ST. MARIENKIRCHEN. „Ich werde dich abstechen, werde dich in den Wald schleifen und dich dort vergraben“ – es seien massive Morddrohungen, gewalttätige Übergriffe gewesen, die eine 27-jährige Frau über sich ergehen lassen musste. Ihr Freund bestreitet vor dem Landesgericht Ried alle Vorwürfe und spricht lediglich von „kleineren Streitereien“.

Der Mann bestreitet alle Vorwürfe. Foto: Wodicka
Der Mann bestreitet alle Vorwürfe. Foto: Wodicka

„Ich bin mir keiner Schuld bewusst“, erklärt der 25-jährige Mann aus St. Marienkirchen, dem bereits vor drei Jahren die Hand gegen seine Freundin ausgerutscht sein soll. Diesen Vorfall gibt der Angeklagte zu. „Damals war ich in einer Ausnahmesituation“, erklärt er. Ähnliches sei seitdem aber nicht mehr vorgekommen. „Ich sehe mich selbst nicht als gewalttätig“, erklärt er. Seine Freundin verweigert vor Gericht überraschend ihre Aussage und gibt an, dass sie nicht wolle, dass ihr Lebensgefährte strafrechtlich verfolgt wird.

Die beiden weiteren Zeuginnen konnten lediglich durch Erzählungen des vermeintlichen Opfers Aussagen tätigen. Ab und zu sei ein lautstarker Streit übers Telefon ausgetragen worden, während die Zeuginnen daneben standen. Eine direkte Gewaltausübung an der 27-Jährigen konnten sie nicht bestätigen. „Sie hat mir immer wieder Fotos von ihren blauen Flecken gezeigt“, schildert eine Zeugin, „sie hat mir erzählt, dass er sie schlägt und oft stark anpackt.“ Ebenso hätte er sich bei einer der Zeuginnen für sein Verhalten entschuldigt und im Zuge dessen seine Übergriffe zugegeben. Auch der kleine gemeinsame Sohn soll mitbekommen haben, wie seine Mutter vom Vater mit dem Messer bedroht worden sei.

„Ich glaube, dass es in jeder Beziehung Reibereien gibt, aber diese Anschuldigungen stimmen einfach nicht“, erklärt der 25-Jährige.

Wie er sich eine von einer Ärztin diagnostizierte Gesichtsprellung und die blauen Flecken bei seiner Freundin erkläre? „Wir haben oft zu Hause gearbeitet, da bekommt man leicht mal blaue Flecken.“ Richter Josef Lautner spricht den Mann zum Teil schuldig und verurteilt ihn zu einer Geldstrafe in Höhe von 2240 Euro, die Hälfte davon wird bedingt nachgesehen. „Für mich sind Sie ein typischer Aggressionstäter in einer Beziehung. Man hat den Eindruck, Sie verleugnen sich selbst. Wahrscheinlich stehen Sie vor dem Spiegel und sagen sich „ich habe sie nicht geschlagen““. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.


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