Gottesdienst dort feiern, wo auch die Jugend ist: Kirche kommt in die Disco
AIGEN-SCHLÄGL/ST. MARTIN. Ganz bewusst will das Regionsteam der Katholischen Jugend die Schlägler Jugendmesse an „Andersorten“, außerhalb der Kirchenmauern feiern. Um eben dorthin zu kommen, wo auch die Jugendlichen gerne sind. Deshalb gibt es jetzt erstmals einen Gottesdienst in der Disco.

Die Idee wurde geboren, weil die Schlägler Stiftskirche momentan wegen Renovierungsarbeiten geschlossen ist. Das engagierte ehrenamtliche Jugendteam hat sich gemeinsam mit den Jugendpastoralbeauftragten schon bei der Planungsklausur im Herbst Gedanken über Alternativen gemacht – und so ist man aufs empire gekommen. „Wir möchten mit der Frohen Botschaft dorthin gehen, wo junge Menschen gerne sind. Wir finden uns damit direkt im Feld der hinausgehenden Pastoral und folgen dem Beispiel Jesu“, erklärt die Regionsbeauftragte der Katholischen Jugend, Nicki Leitenmüller, und nimmt damit gleich allen Kritikern den Wind aus den Segeln.
Disco als Sinnbild des Lebens
Der Zwiespältigkeit dieses Ortes ist man sich durchaus bewusst: „In einer Disco wird gefeiert; es gibt aber auch Eskalation. In einer Disco fühlen sich Jugendliche wohl; es gibt aber auch Enttäuschung und Verletzungen. Die Disco wird so zu einem Sinnbild unseres Lebens - ein Leben in all seiner Fülle, mit Licht und Schatten. Ein Leben, das uns Gott geschenkt hat, und genau das möchten wir bei dieser religiösen Feier in den Mittelpunkt stellen“, beschreibt Leitenmüller.
Religiöse Feier mit DJ und Livemusik
Beim ersten Disco-Gottesdienst am 6. Mai im empire in St. Martin wird keine Eucharistie gefeiert und auch der Ablauf folgt nicht einer klassischen Wortgottesfeier. Vielmehr können sich die Besucher auf einen DJ (2:tages:bart) und Livemusik mit den S(w)inging Acts freuen. Das Zusammentreffen soll eine Gotteserfahrung im Sinne einer religiösen Feier sein –“eine Form des Gebetes, eine Form des Lobpreises, mit der sich Jugendliche identifizieren können“, sagt die Regionsbeauftragte.
Sie und das ganze KJ-Team der Region Oberes Mühlviertel sind überzeugt, dass Liturgie und Disco viele Gemeinsamkeiten haben: Musik, Gesang, Tanz, Begeisterung, Licht, Begegnung, Freude, Lebensbejahung. „Wir möchten hier eine Verbindung schaffen, die technischen und räumlichen Möglichkeiten der Diskothek nutzen und die Ideen aktiver Jugendlicher aufgreifen und umsetzen.“
Chance für die Kirche
Rückhalt gibt es von Bischof Manfred Scheuer und Abt Martin Felhofer: Beide sind von der Idee des Disco-Gottesdienstes überzeugt und sehen diesen als positive Chance für Kirche bei und mit den Leuten.
Termin:
Samstag, 6. Mai, 20.17 Uhr (Einlass um 19.30 Uhr)
Empire, St. Martin


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