An der Loidholdhof Akademie lässt sich Bildung neu denken

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Martina Gahleitner Martina Gahleitner, Tips Redaktion, 14.10.2017 09:27 Uhr

ST. MARTIN. Es war eigentlich ein Steinhaufen, zu dem der alte Stall am Loidholdhof verfallen war. Als die Idee im Raum stand, diesen zu einem Kreativ- und Bildungsstadl auszubauen, waren selbst die Professionisten skeptisch. Ohne Grund: Denn aus dem Steinhaufen ist nach baubiologischen Gesichtspunkten ein wunderbares Gebäude entstanden, mit dem ein weiterer Schritt in Richtung Öffnung der integrativen Hofgemeinschaft gelingen soll.
 

Ein desolates Gebäude und kein Geld: Die Ausgangssituation war denkbar schlecht, erinnert sich Hofsprecher Achim Leibing. Dank vieler Gönner und Spender und drei großen Unterstützern - unter anderem die Leaderregion Donau-Böhmerwald - konnte das Projekt aber realisiert werden. Der umgebaute Steinstall bietet nun als geräumiger,  heller Veranstaltungsraum Platz und Möglichkeiten, um Seminare und Vorträge abzuhalten. „Wir wollen ihn für interne Fortbildungen nutzen, aber auch nach außen öffnen. Es soll zu einem Dialog und Austausch mit unseren betreuten Mitarbeitern kommen“, erklärt Leibing das Ziel. „Idee der Loidholdhof Akademie ist es, Bildung neu zu denken. Denn in unserem Bildungssystem fällt ein Teil heraus. Wer die Hürde zum Studieren oder zum Erlernen eines Berufes nicht schafft, für den gibt es kein passendes Angebot.“

Wechselwirkung erwünscht

Hermann Rabensteiner, einer der Gründerväter und Vereinsobmann, ergänzt: „Es soll eine Wechselwirkung zwischen Loidholdhof und der Bildungsakademie entstehen. Hier soll man nicht nur leben und arbeiten, sondern sich auch bilden können.“ Die Gemeinschaft war auch schon während der Bauarbeiten zu spüren: 3200 Arbeitsstunden hat die Hofgemeinschaft selbst für ihre Akademie geleistet und im Gegenzug wurden die externen Arbeiter etwa bei gemeinsamen Mittagessen Teil der Hofgemeinschaft. 

Umbau mit Signalwirkung

Das neue Gebäude ist auch aus bautechnischer Sicht ein Meilenstein. Denn gemeinsam mit dem Baubiologen Alfred Ruhdorfer wurde auf eine kreislauffähige Ausführung Wert gelegt. „Außerdem haben wir gezeigt, dass auch ein Altbestand unglaublich tolle Qualität bringen kann. Wir müssen die Geschichte erhalten, aber mit neuer Nutzung verbinden.“ Aus der Kooperative soll übrigens noch mehr entstehen, setzen Leibing und Ruhdorfer auf weitere Zusammenarbeit. 

 

Der Loidholdhof im Gemeindegebiet von St. Martin basiert auf dem Konzept der ökosozialen Landwirtschaft. An die 50 Menschen mit und ohne Beeinträchtigung leben zum Teil auf dem Hof, arbeiten hier und zeigen, wie ein gelebtes Miteinander im praktischen Alltag gelingen kann. Die integrative Hofgemeinschaft beschäftigt sich mit Landwirtschaft und Tierhaltung, Ackerbau und Waldbewirtschaftung, im Gemüse-, Kräuter- und Blumengarten oder mit Imkerei. Außerdem gibt es eine hofeigene Bäckerei, Holz- und Webwerkstatt. Der Hof versorgt sich selbst mit Gemüse, Getreide, Brot, Milchprodukten, Fleisch und verkauft außerdem seine Produkte im Hofladen.

 

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