Neuentdecktes Limeskastell in St. Pantaleon-Erla sicherte den Mündungsbereich der Enns
ST. PANTALEON-ERLA. Im Sommer 2017 wurden im Norden von St. Pantaleon-Erla im Ortsteil Stein die Überreste eines römischen Limeskastells und Grundrisse einer Zivilsiedlung entdeckt.

In den vergangenen Jahrzehnten wurden in Stein immer wieder römische Hinterlassenschaften gefunden, was auf eine ehemalige römische Besiedelung schließen ließ. Gefunden wurden über 1.000 Metallgegenstände, darunter 400 Münzen. „Erste Forschungen gab es schon im Jahr 1906. Lange Zeit wurden die Funde aber falsch zugeordnet, weil man dachte, dass sie mit dem Legionslager Albing in Verbindung stehen“, berichtet Archäologe Gerald Grabherr von der Universität Innsbruck. Dieses Lager wurde jedoch nie fertiggestellt.
Luftbilder mit Drohne
Der Verein ArchaeoPublica (Verein zur Förderung der Bürgerbeteiligung an Archäologie) hat sich der Sache angenommen und in den letzten beiden Jahren mittels Drohne und geophysikalischen Messgeräten (Geomagnetik und Bodenradar) Untersuchungen des Geländes vorgenommen. Beim Limeskastell in Stein handelte es sich um ein Auxiliarlager, das zur Zeit der flavischen Kaiser (spätes 1. Jahrhundert nach Christus) errichtet wurde. Auxiliarlager waren mit 500 Mann besetzt und somit weit kleiner als Legionslager (6.500 Mann). Im Gegensatz zu Legionslagern waren in Auxiliarlagern ausschließlich Einheimische – in diesem Fall Kelten – stationiert. Nach 25 Jahren Dienst erhielten sie das volle römische Bürgerrecht. Im Lagerdorf siedelten sich Handwerker und die Familien der Soldaten an.
Bedrohung des Imperiums
Das Lager in Stein diente der Sicherung des strategisch wichtigen Mündungsbereichs der Enns und der Aist in die Donau. Da in den Markomannenkriegen (166 bis 180 nach Christus) die ersten Germanenstämme den Limes und das Römische Imperium bedrohten, wurde das größere Legionslager in Lauriacum errichtet. Das Auxiliarlager in Stein wurde aufgegeben.


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