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ST. JOHANN/ENGSTETTEN. Michael Oberaigner ist Mostbaron im Mostheurigen „Zur Steinernen Birne“ und möchte die Wertschätzung für Obst und Most fördern.

Lebensfreude wird am Hof der Familie Oberaigner-Binder gepflegt. Foto: Doris Schwarz-König
Lebensfreude wird am Hof der Familie Oberaigner-Binder gepflegt. Foto: Doris Schwarz-König

ST. JOHANN/ENGSTETTEN. Michael und Monika Oberaigner führen den Mostheurigen „Zur Steinernen Birne“ bereits in zweiter Generation. Monikas Eltern, Alois und Theresia Binder, waren bereits zu Beginn des Aufschwungs der Mostkultur aktiv und gelten als Pioniere. Sie waren eingeladen worden, den Mostbaronen beizutreten und haben mit Michael und Monika Nachfolger, die mit ganzem Herz dabei sind.

Wertschätzung für Obst

Besonders am Herzen liegt Michael Oberaigner die Wertschätzung für Obst. Dieses sollte sich auch im Preis niederschlagen, den Bauern dafür bekommen. „Wenn ein Obstbauer im Lagerhaus nur 50 Euro für eine Tonne Äpfel bekommt, dann ist der Aufwand größer als der Erlös. Da helfen auch Obstbaumaktionen nichts. Die Bauern sollten 150 bis 200 Euro für die Tonnen bekommen. Das wäre fair.“ Wichtig wäre auch, wenn im Geschäft der wertbestimmende Bestandteil gekennzeichnet werden müsste. „Bei „Saft aus Österreich“ kann das Konzentrat aus China stammen“, erklärt Oberaigner. Wer echten österreichischen Saft kaufen will, bekommt diesen zum Beispiel in den Hofläden und bei Direktvermarktern.

Mit Mostpreis zufrieden

Mit dem Preis, den die Familie Oberaigner-Binder für die Moste erzielt, ist Oberaigner zufrieden. Die Produkte gibt es an zwei Tagen an den Bauernmärkten in Linz und in Steyr zu kaufen und im eigenen Hofladen. Und seit 2008 führt die Familie den Mostheurigen mit der markanten „Steinernen Birne als Eingang“. Die Produktpalette umfasst 15 sortenreine Moste, die zum Teil unterschiedlich ausgebaut sind. So gibt es den Speckbirnen-Most lieblich und trocken. Als Mostsommelier und Obstverarbeitungsmeister weiß Michael Oberaigner genau, wie diese Geschmacksrichtungen erzielt werden können.

Bei der Mostherstellung ist es wichtig, in allen Phasen sauber und gewissenhaft zu arbeiten und den Gärungs- und Reifungsprozess immer im Auge – und in der Nase – zu behalten.

Edelbrände

Auch Edelbrände stellt die Familie Oberaigner-Binder her. Diese werden – wie auch die Moste – regelmäßig mit Preisen ausgezeichnet. Davon zeugen unzählige Medaillen, die im Heurigen zu bewundern sind. Eine besondere Spezialität des Hauses ist der fruchtig schmeckende Roggenbrand, der 2018 bei der Ab-Hof-Messe in Wieselburg als bestbewerteter Brand ausgezeichnet wurde.

Glaskultur

Wertschätzung für Most und Brände drückt sich auch in der Glaskultur aus. Im Mostheurigen „Zur Steinernen Birne“ gibt es für jeden Most und Brand Gläser, in denen sich der jeweilige Geschmack besonders gut entfalten kann. Moste werden in der typischen Mostflasche abgefüllt und Säfte in der AF-Norm-Glasflasche und niemals in Plastikflaschen.

Nur Direktsäfte

Eine Besonderheit des Mostheurigen „Zur Steinernen Birne“: Es gibt keine industriellen Limonaden wie etwa Cola, sondern ausschließlich eigene Direktsäfte.

Was den Mostheurigen noch auszeichnet: Alle Bereiche sind rauchfrei. Oberaigner: „Das haben wir schon lange vor der Diskussion über das Thema Rauchen eingeführt und es kommt bei den Gästen sehr gut an.“

Besonders freut sich Oberaigner, dass sein Sohn Julian (18) großes Interesse am Gin-Brennen entwickelt und schon sehr brauchbaren Gin brennt. „Beim Gin lasse ich ihm freie Hand. Das ist seine Spielwiese, wo er sich entfalten kann“, sagt Oberaigner.


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