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Unabhängiger Bauernverband NÖ: Spitzenkandidat aus St. Peter/Au im Interview

Michaela Aichinger, 04.02.2020 12:04

ST. PETER/AU. Der Unabhängige Bauernverband (UBV) Niederösterreich kandidiert bei der Landwirtschaftskammerwahl am 1. März.

Herbert Hochwallner (3.v.r.) aus St. Peter/Au ist Spitzenkandidat des Unabhängigen Bauernverbandes bei der Landwirtschaftskammerwahl am 1. März. Foto: UBV

Das Ziel ist der gestärkte Wiedereinzug in das Bauernparlament. Dort will man eine „konstruktive wie gestaltende Rolle“ einnehmen. Spitzenkandidat ist der Land- und Forstwirt, Biobauer, Zimmermeister und Unternehmer Herbert Hochwallner aus St. Peter/Au.

„Wollen mitgestalten“

„Wir engagieren uns, weil wir mitgestalten wollen. Wir brauchen andere Rahmenbedingungen, damit die Land- und Forstwirtschaft wieder Geld verdient. Das aktuelle System ist ineffizient und lässt unsere Branche an die Wand fahren. Die Ausreden der Agrarvertreter kann man nicht mehr hören“, so Hochwallner.

„Leistungsabgeltung für gepflegtes Kulturland“

Zentrale Forderung des UBV sei eine Leistungsabgeltung für die Bereitstellung von gepflegtem Kulturland. Das heißt: pro Hektar bewirtschafteten Kulturlandes erhält der Landwirt einen festgesetzten Betrag. Dafür hat der UBV ein eigenes Berechnungsmodell entwickelt.

Herbert Hochwallner im Interview (Quelle: UBV)

UBV: Die Zeiten sind für die Land und Forstwirtschaft ja nicht die einfachsten, warum engagiert man sich als Vollerwerbsbauer für seinen Berufsstand?

Herbert Hochwallner: Aus meiner Sicht gibt es zwei Möglichkeiten, wenn es um die Anliegen der Land- und Forstwirtschaft geht. Entweder man klinkt sich komplett aus und schließt angesichts der stets schlechter werdenden Rahmenbedingungen die Stall- oder Hoftore. Die Alternative ist, man stellt sich den Herausforderungen. Wir haben auf unserem Betrieb viel investiert, weil wir Bauer sein wollen. Daher will ich mit meinem Team einen Beitrag leisten, damit wir wirtschaftlich wieder Perspektiven bekommen.

UBV: Was sind die Pläne des UBV Niederösterreich?

Hochwallner: Wir brauchen andere Rahmenbedingungen, damit die Land- und Forstwirtschaft wieder Geld verdient. Das aktuelle System ist ineffizient und lässt unsere Branche an die Wand fahren. Die Ausreden der Agrarvertreter kann man nicht mehr hören. Es gibt für jedes Problem eine Erklärung, aber keine Lösung. Das kostet jährlich tausenden Betrieben die Existenz. Es braucht Lösungen und keine Ausreden.

UBV: Wo sieht man den Grund für diese Entwicklungen?

Hochwallner: Die meisten Vertreter leben nicht mehr von dem, was sie auf ihren Höfen erwirtschaften. Sie leben von ihren Gagen als Funktionäre. Und damit tut man nichts, was der Partei nicht gefällt. Das könnte dann ja die Funktion kosten. Damit ist auch der Vorteil einer unabhängigen Bauernvertretung klar. Wir können offen sagen, wo es krankt. Wir müssen nicht nach Ausreden und Erklärungen suchen.

UBV: Der UBV tritt nicht mehr mit der FPÖ zur Wahl an?

Hochwallner: Ja, der UBV hat die Wahlplattform mit der FPÖ aufgelöst. Der FPÖ geht es – wie es bei Parteien so üblich ist – nicht um die Sache, sondern um Posten und Macht. Wir wollen als UBV konstruktive Lösungen. Dazu braucht es keinen Parteiapparat. Die FPÖ hat trotz Regierungsbeteiligung noch nirgends gezeigt, dass ihr die Anliegen der Bauern wirklich wichtig sind. Sie unterscheidet sich damit nicht von anderen Parteien.

UBV: Wie kann man bei der Wahl neben dem dominierenden Bauernbund bestehen?

Hochwallner: Der Bauernbund mag „mächtig“ sein, er liefert aber keine Lösungen für bessere Einkommen. Der Bauernbund stimmte jedoch für eine Erhöhung der Einheitswerte. Deshalb zahlen die Bauern bei weniger Einkommen mehr Steuern. Wo gibt es das sonst noch? Die Einkommen passen seit Jahren nicht und der Bauernbund tut so, als sei alles in Ordnung. Wir wollen das ändern. Es braucht neue Wege in der Agrarpolitik. Der UBV hat ein konkretes Konzept für eine ökonomische Zukunft erarbeitet.Wir wollen wieder Geld verdienen und nicht mehr länger von der Substanz unserer Betriebe leben. Auch das gibt es in keiner Branche. Daher braucht es in der Landwirtschaftskammer einen starken UBV! Nur so wird sich am alten System etwas ändern. Mit Hilfe der Stimmen der Bauern bei der LK-Wahl können wir dazu beitragen.


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