Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt
tips.at als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen

Ortsoriginal aus St. Peter - Franz Rehberger: „Ich bin ein geselliger Mensch und das hält mich jung.“

Sevim Demir, 03.10.2018 10:01

ST. PETER. Auf die Frage, wer denn ein richtiges Original aus St. Peter sei, bekam die Tips-Redakteurin immer wieder die selbe Antwort: „Na zum Franz Rehberger musst du gehen, der hat viel zu erzählen.“ Und wie sich herausstellte, hat das Petringer Urgestein wirklich so einiges erlebt.

  1 / 2   Bis jetzt geht Franz Rehberger jeden Sonntag in die Kirche und anschließend zum Frühschoppen. Foto: Demir

„Ich habe viel gesehen und viel erlebt“, blickt Franz Rehberger zurück. Während seiner Lehre als Tischler in Niederwaldkirchen, die er gegen Ende des Zweiten Weltkrieges machte, wurde er nach Deutschland einberufen. „Wir waren Gott sei Dank nicht lange weg, denn zwei Tage nach unserer Heimkehr kamen die Amerikaner. Kurz darauf war der Krieg dann vorbei“, erzählt Rehberger. 1949 beendete Rehberger seine Lehre als Tischler und absolvierte die Gesellenprüfung.

Früher fertigte die Tischlerei Rehberger noch Särge an und der Vater von Rehberger sprach auch die Gebete am Sarg aus. Als dieser dann schwer krank wurde, musste Rehberger das mit seinen 20 Jahren erledigen. Von dort an war es klar, dass er die Tischlerei übernimmt. 1957 besuchte er die Meisterschule und absolvierte auch die Unternehmensprüfung in Linz.

1960 baute er dann aus einem Heustadl die Tischlerei und ein Wohnhaus. 1962 heiratete der Tischlermeister seine zweite Frau Maria und gründete mit dieser eine Familie mit acht Kinder. Aus erster Ehe hat Rehberger ein Kind. „Es ist so schön, solch eine große Familie zu haben und sie alle gesund zu sehen“, blickt Maria Rehberger gerührt die Familienfotos an der Wand an. In den 80er-Jahren beschäftigte Rehberger 18 Mitarbeiter und bildete in seiner Zeit 25 Lehrlinge aus. „Das war die Blütezeit unseres Betriebes“, resümiert er zufrieden. Mittlerweile führt sein Sohn, Manfred Rehberger, die Tischlerei in dritter Generation.

„Meine Hobbys sind die Vereine“

44 Jahre lang spielte Franz Rehberger Schlagzeug in der Jungbauernkapelle in St. Peter. Auch heute schlägt er die Tschinellen noch zusammen – am Maibaumfest oder beim Musikfest beim Wirt. „Den Hessenmarsch, den kann mir so schnell keiner nachmachen“, erzählt er glücklich.

Auch der Feuerwehr und dem Kameradschaftsbund schloss sich Franz Rehberger nach dem Krieg an. Bis heute fährt er auch mit anderen Pensionisten jeden Samstag zum sogenannten Samstagssegen. „Wir fahren immer in ein verschiedenes Wirtshaus, trinken zwei Bier und jausnen und fahren wieder heim“, erzählt er lachend. Vergangenen Samstag feierte Franz Rehberger seinen 90. Geburtstag. Rund 100 Gäste, darunter auch seine ehemaligen Mitarbeiter, feierten mit ihm. „Die Gesellschaft hält mich jung“, erzählt er abschließend.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden