Es geht um die Ökologisierung des Perschlingflusses. Informationsveranstaltungen in Gemeinden des angrenzenden Nachbarbezirks Tulln zum Thema Perschling endeten in aufkochendem Protest. Ähnlich geplante Zusammenkünfte wurde in Perschling – bzw. Weißenkirchen – vorsorglich abgesagt.
Trauma Dammbruch Im kollektiven und wohl traumatisierten Gedächtnis vieler Anrainer des Perschling-Ufers liegt ein durch ein Hochwasserereignis im Jahre 1997 gebrochener Damm. Das Wasser der Perschling war durch Bewuchs und Schwemmzeug aufgestaut worden und sprengte mit unglaublichen Druck den Schutzwall. Auch jetzt sollen manche Dammteile einem mehrtägigen Hochwasser nicht standhalten. Das kommt jenen gelegen, die eine von der EU vorgeschriebene Ökologisierung umsetzen wollen. „Laut Wasserrahmenrichtlinie müssen wir die Wehranlagen der Perschling abbauen und eine durchgängige Passierbarkeit des Flusses samt professionellen Fischaufstiegen schaffen“, erklärt der Obmann des Wasserverbands Perschling, Michelhausens Bürgermeister Rudolf Friewald (VP). Zu den geplanten Maßnahmen sollte auch die Beseitigung des Schutzdammes gehören, wodurch sich die Perschling bei Hochwasser auf die angrenzenden Felder ausbreiten könnte. Bauern bekämen für Ernteausfälle Entschädigungen.
Giftstoffe am Feld „Was aber, wenn das Hochwasser Giftstoffe wie Öle mitbringt?“, hält ein Landwirt, der „lieber nicht genannt werden will“, dagegen. Ein anderer befürchtet, dass „größeres sperriges Schwemmgut in die Äcker eingräbt und Maschinen bei der Bearbeitung zu Bruch gehen. Perschlings Bürgermeister Reinhard Breitner (VP) sieht die Sache ähnlich dramatisch und bestätigt die kontroverse Situation: „Für Landwirte kann das existenzbedrohend sein“. Er hat auch schon eine Lösung parat, die von Experten untermauert sei: „Wir sanieren den Damm dort, wo es notwendig ist, mit einem Betonkern. Damit ersparen wir uns die enormen Kosten für die scheinbare Ökologisierung.“ Die Natur entlang der Perschling sei intakt. Zudem sei heute die Gefahr aufgrund des entfernten Bewuchs entlang des Dammes wesentlich geringer, da es zu keinem Rückstau mehr kommen würde. Die Projektkosten für die Ökologisierung werden mit 20 Mio. Euro veranschlagt. Allerdings gebe es laut Friewald Fördermittel in Höhe von 90 Prozent von Bund und EU.
Korrekte Ausschreibung Vorwürfen, er wäre als Auftragnehmer von Bauarbeiten Nutznießer des Projekts widerspricht er: „Das Projekt würde vom Lebensministerium ausgeschrieben werden, da habe ich keinen Einfluss darauf.“ Detailergebnisse zum Projekt soll es seitens des Ministeriums in Kürze geben.
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