Café International: Großes Engagement für Flüchtlinge
NEUSTIFT-INNERMANZING. Hetzerische Aussagen gegen Flüchtlinge stehen derzeit leider an der Tagesordnung. Doch es gibt auch Menschen, die sich für ein interkulturelles Miteinander einsetzen.

So Helga Buttinger, die in ihrer Heimatgemeinde Neustift-Innermanzing das „Café International“ als Ort der Begegnung eingeführt hat. Vor etwa drei Jahren ist die Volksschullehrerin in den verdienten Ruhestand gegangen. Doch zur Ruhe gesetzt hat sie sich im wortwörtlichen Sinn keinesfalls. Im Gegenteil. „In der Gemeinde hat es bereits Deutschkurse für Flüchtlinge gegeben. Da bin ich dazugestoßen und habe sie später weitergeführt. Im Anschluss an die Kurse haben wir gemütlich geplaudert“, erinnert sich Buttinger an die ersten Stunden des „Café International“. Mittlerweile findet es fast monatlich statt.
„Interkulturelle Begegnung funktioniert“
„Es nehmen durchschnittlich 20 Flüchtlinge und zahlreiche Innermanzinger teil – die interkulturelle Begegnung funktioniert also wirklich sehr gut“, unterstreicht Buttinger. Doch die engagierte Pensionistin beließ es nicht beim Café. Für die derzeit 32 in Neustift-Innermanzing untergebrachten Flüchtlinge organisiert sie auch Mitfahrgelegenheiten nach Wien oder St. Pölten. „Bei 40 Euro Taschengeld im Monat können sich die Menschen eine Bahnfahrt schlecht leisten“, erklärt Buttinger. Gemeinsam mit Leuten aus der Wienerwaldregion bietet sie den Flüchtlingen zudem eine Begleitung für Krankenhaus- und Arztbesuche an und sammelt Kleidung, Möbel sowie Gegenstände für den täglichen Gebrauch in einem Lager in Altlengbach.
„Asylgesetz bedenklich“
„Wir betreuen die Menschen auch dann noch, wenn sie bereits die Aufenthaltsgenehmigung erhalten haben. Diakonie und Caritas tun was sie können. Aber ich finde, unser Asylgesetz ist bedenklich. Am Anfang werden die Menschen betreut, später stehen sie fast alleine da. Wenn man sagt, sie dürfen bleiben, dann sollte man den Menschen auch mehr Betreuung bieten“, so Buttinger, die die Flüchtlinge im Ort weiterhin unterstützen möchte: „Aus der ganzen Sache ist etwas geworden, das ich nie geglaubt hätte. Ich bin fasziniert, dass so viele Menschen bereit sind zu helfen.“


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