„Orte des Friedens“: Führung durch jüdischen Friedhof
NEULENGBACH. In Österreich gibt es seit dem Mittelalter mehr als 130 Nachweise von jüdischen Friedhöfen, in Niederösterreich befinden sich alleine 75 „Orte des Friedens“. Die Geschichtswissenschafterin Ingrid Oberndorfer lädt zu Führungen ein.

„Jüdische Friedhöfe sind „unzerstörbar“, sie bestehen laut Halacha, dem jüdischen Religionsgesetz, ewig und dürfen nicht für andere Zwecke verwendet werden“, so Oberndorfer. Im Judentum ruhen die Seligen in ihren Grabstätten, „bis der Messias kommt“. Gemäß Halacha müsse die Ehre und Ruhe der Seligen gesichert werden, da sich der Tote in einer Art Halbschlaf befände, weil Körper und Seele auch nach dem Tod miteinander kommunizieren.
1871 angelegtDer jüdische Friedhof Neulengbach wurde 1871 vom Bethverein Neulengbach angelegt und ist laut Oberndorfer mit 71 Gräbern belegt. „Bis 1940 befand sich auf dem Friedhof auch ein Totenhaus“, erklärt die Geschichtswissnschafterin. Während des Nationalsozialismus seien alle jüdischen Institutionen aufgelassen und „für Reich und Führer“ eingezogen worden. „Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die meisten jüdischen Friedhöfe wieder an die Kultusgemeinde in Wien zurückgestellt“, so Oberndorfer. Interessierte erfahren während der Führung auch Wissenswertes über die Bedeutung der Grabsteine und die Friedhofspflege.
„Interesse ist groß“„Das Interesse seitens der Bevölkerung an den Friedhofsführungen ist groß. 2014 konnte ich mehr als 400 Personen bei 16 Führungen begrüßen“, betont Oberndorfer. Im Rahmen der Führung werden alle männlichen Besucher egal welcher Religion gebeten, eine Kopfbedeckung zu tragen!
Führungen:> Sonntag, 11. Oktober, ab 15 UhrEingang Kath. Friedhof St. Pölten> Sonntag, 18. Oktober, ab 15 UhrJüdischer Friedhof NeulengbachKontakt: Ingrid OberndorferTel. 0664/9556870








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