Zwei Kräuterpädagogen auf heilsamen Pfaden
BEZIRK ST. PÖLTEN/NÖ. „Es ist schlecht um das Kräuterwissen in unserer Zeit bestellt“, erklärt Naturvermittler Georg Schramayr im Gespräch mit Tips. Er will dem nun aktiv entgegenwirken.

Früher wurde das Wissen um Heilkräuter der Natur von einer Generation an die nächste weitergegeben, so Schramayr. In der Nachkriegszeit und Wiederaufbauzeit wurde dies aufgrund wesentlicher Umstellungen im agrarischen und wirtschaftlichen Bereich aufgegeben. Das Kräuterwissen sei dann plötzlich nicht mehr wichtig gewesen. Jetzt gebe es zwar eine Renaissance, allerdings werde viel aus Büchern entnommen, wo Pflanzen beschrieben werden, die in unseren Breiten gar nicht wachsen. Die Menschen würden sie vergeblich auf unseren Wiesen suchen. Außerdem vermische sich hier viel mit esoterischem Wissen.
Kräutersammlung ganzjährig möglich
„Kräuterwissen sollte aber bodenständig sein. Vieles aus Wiese und Wald kann man verwenden. Als Nahrung oder als Heilmittel“, erklärt der Experte, der sein Wissen mit Begeisterung weitergibt. Etwa an Barbara Zöchner, seine Schülerin. Sie hat gelernt, wie Pflanzen eingesetzt werden können. Sie empfiehlt, beim Kräutersammeln alle Sinne einzusetzen. „Es gibt zu jeder Jahreszeit etwas zu sammeln. Im Herbst etwa Hagebutte, Schlehdorn, Weißdorn, Asperl“, erklärt die eifrige Kräutersammlerin. Diese benötigen allerdings erst Reif oder einen sechsstündigen Aufenthalt in der Tiefkühltruhe und danach ein paar Stunden Ruhe, damit sich die Enzyme entfalten könnten, bis sie verwendbar seien. Aber auch Brennnessel seien jetzt äußerst vitalisierend und gesund.


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