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SANKT PÖLTEN. Zu einem fachlichen Austausch unter dem Motto „Radln ist gesund“ hat die Initiative „RADLand Niederösterreich“ Gemeindevertreter, Mobilitätsbeauftragte in Gemeinden und interessierte Privatpersonen in die Landeshauptstadt eingeladen. Thema der dritten „RADLakademie“ waren die positiven Auswirkungen von Radfahren auf Körper und Geist.
 

Sind sich über den Gesundheitsfaktor von Radfahren einig (v.l.n.r.): Rainer Aichinger (E-Mobility), Michael Meschik (Institut für Verkehrswesen an der Universität für Bodenkultur), Christine Chaloupka-Risser (Factum) Foto: eNu

Einkaufen, Arztbesuche, der Weg zur Schule oder in die Arbeit: Die Hälfte aller Alltagswege ist kürzer als fünf Kilometer. Eine Strecke, die sich bequem mit dem Fahrrad zurücklegen lässt. „Ein wichtiger Nebeneffekt ist, dass sich Radfahren positiv auf Körper und Geist auswirkt. Diesen Aspekt wollten wir bei der nunmehr dritten RADLakademie gemeinsam mit Expertinnen und Experten näher beleuchten“, erklärt Gerald Franz, Projektleiter von „RADLand Niederösterreich“, das von der Energie- und Umweltagentur NÖ betreut wird.

Radln ist gesund „Mein Rat als Arzt, fahr mit dem Rad“, gab Dr. Klaus Renoldner den Anwesenden mit auf den Weg. Schon eine Stunde Radfahren pro Tag wirke sich langfristig positiv auf die Gesundheit aus, so der Mediziner. „Die regelmäßige Bewegung an der frischen Luft regt den Stoffwechsel an, Herz und Kreislauf kommen in Schwung und die Lunge kann mehr Sauerstoff aufnehmen. Radfahren stärkt Nervensystem, Immunsystem sowie den Bewegungsapparat und kann Erkrankungen wie Osteoporose und sogar einigen Krebserkrankungen vorbeugen“, so Renoldner.

Bereits im Kindesalter anfangen Es sei wichtig, bereits im Kindesalter mit dem Radfahren zu beginnen, betonte Michael Meschik vom Institut für Verkehrswesen an der Universität für Bodenkultur. Er ist Verkehrsplaner und Mobilitätsforscher und stellte im Rahmen der RADLakademie einige Studien zum Thema Mobilität, Gesundheit und deren volkswirtschaftliche Kosten vor. 30 Prozent der amerikanischen Bevölkerung leide unter Fettleibigkeit und auch in Europa und Österreich zeichne sich dieser Trend bereits ab. „Radfahren ist gesund und wirkt sich positiv auf das Wohlbefinden aus. Durch regelmäßiges Training wie Radfahren, können wir unsere Leistungskurve heben. Wir bleiben länger fit und können selbstbestimmt alt werden“, so der Experte. Untersuchungen würden zeigen, dass Kinder, die mit Rad in Schule kommen, weniger krank seien und seltener unter Depressionen und Angstgefühlen leiden würden.

E-Bikes als Therapiegeräte Radfahren schont im Vergleich zu anderen Ausdauersportarten die Gelenke, weil der Sattel das gesamte Köpergewicht trägt. Es ist ein ideales Therapiegerät bei Knieverletzungen, weil sich das Gelenk beim Radln gleichmäßig bewegt, ohne dabei Stöße abzubekommen. Dieses Wissen nutzte Rainer Aichinger von E-Mobility aus und entwickelte zusammen mit Chirurgen und Internisten ein spezielles Therapieprogramm. Er verleiht besonders stabile E-Bikes an Kurhäuser. Diese Bikes sind mit einem Körpergewicht von bis zu 150 Kilogramm belastbar. Schwergewichtige Menschen können damit nach Operationen oder im Genesungsprozess rasch und leicht mit einer Physiotherapie beginnen.

E-Bikes & Frauen E-Bikes spielten auch in der von Dr. Christine Chaloupka-Risser präsentierten Studie (Factum) eine Rolle. Untersuchungsgegenstand waren Kaufmotive von Frauen. Neben der umweltfreundlichen Art der Fortbewegung gelte besonders der unterstützende Motor als Kaufargument. Er mache aus Sicht der Befragten überschüssige Pfunde und eine fehlende Kondition wett. Im Rahmen der Untersuchung konnten auch Argumente gegen E-Bikes wie ein höherer Anschaffungspreis, Eigengewicht und Wartungsaufwand sowie Angst vor Diebstahl entkräftet werden. Generell empfiehlt sich, ein E-Bike vor dem Kauf auszuprobieren.

Weitere Infos: Energie- und Umweltagentur NÖ Tel. 02742/219 19www.enu.atwww.radland.at


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