Landeskriminalamt NÖ macht 54-jährigen Wiederholungstäter aus Wien dingfest
NÖ/WIEN. Das Landeskriminalamt NÖ hat vor kurzem einen besonders dicken Fang gemacht. Nach intensiven Ermittlungen konnte Thomas P., einem mehrfach einschlägig vorbestraften 54-Jährigen aus Wien Ottakring, ein bewaffneter Raubüberfall vom Oktober 2017 auf das Postamt Breitenfurt (Bezirk Mödling) nachgewiesen werden. Der Wiederholungstäter gestand außerdem eine erpresserische Entführung aus dem Jahr 1995.

Thomas P. wird beschuldigt, beim Überfall auf die Postfiliale dem anwesenden Postbeamten eine Schusswaffe am Kopf und im Genick angesetzt und ihm mit dem Umbringen gedroht zu haben. Der Postbeamte wurde so zum Öffnen der Kassa genötigt. Durch eine Unachtsamkeit gelang dem Opfer durch den Lieferanteneingang die Flucht, wo er Passanten über den Überfall verständigte. Der Täter flüchtete mit einer fünfstelligen Bargeldsumme in einem Kastenwagen.
Beschuldigter in Untersuchungshaft
Bereits Anfang November 2017 klickten für Thomas P. in Wien durch Beamte des Einsatzkommandos Cobra und Beamte des Landeskriminalamts NÖ die Handschellen. Als weiterer Beschuldigter wurde ein 48-Jähriger aus Wien Penzing ausgeforscht und festgenommen. Der 48-Jährige gab zu, Thomas P. gegen einen geringen Bargeldbetrag den Kastenwagen überlassen, jedoch nichts vom Überfall auf die Postfiliale gewusst zu haben. Die beiden Beschuldigten wurden in die Justizanstalt Wiener Neustadt eingeliefert. Thomas P. sitzt in Untersuchungshaft, der 48-Jährige ist bereits wieder auf freiem Fuß.
Eine Million Schilling bei Entführung erbeutet
Der 54-jährige Thomas P. ist allerdings kein unbeschriebenes Blatt. Während er zum Überfall auf die Postfiliale in Breitenfurt die Angaben verweigert, gestand er, mit drei Komplizen im April 1995 an einer erpresserischen Entführung in Wien beteiligt gewesen zu sein. Damals wurde die Ehefrau eines Bankdirektors der damaligen Zentralsparkasse (heute Bank Austria) in ihrer Wohnung in Wien überfallen, indem sich die Täter als Postboten ausgaben. Die Frau wurde gefesselt und als Geisel auf der Rückbank ihres Fahrzugs zum Geldinstitut ihres Gatten nach Wien 20. gefahren. Dort zwang man sie, ihren Gatten von einer Telefonzelle aus anzurufen und ihn aufzufordern, eine Million Schilling vor das Geldinstitut zu bringen, da sie sonst sterben würde.
Polizisten erschossen
Nach der geglückten Flucht wurde die Beute damals von den Tätern aufgeteilt und ausgegeben. Thomas P., der 200.000 Schilling erhielt und damit für mehrere Wochen in die Dominikanische Republik flog, erwähnte bisher jedoch die Namen seiner drei Komplizen nicht. Der Beschuldigte verübte nur wenige Monate später im Juli 1995 eine ebenfalls sehr brutale Entführung eines Juwelier-Ehepaares in Wien. Damals schoss er bei der Flucht auf einen Polizeibeamten und verletzte diesen lebensgefährlich. Thomas B. verbüßte darauf eine 15-jährige Haftstrafe.


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