Grenzgänger und Weltstar im Spontaninterview
ST. PÖLTEN. Mathias Rüegg ist einer der ganz großen Jazz-Komponisten und Arrangeure, der nicht zuletzt mit seinem Vienna Art Orchestra internationale Musikgeschichte schrieb. Der gebürtige Schweizer, der jetzt wieder in Wien lebt, gastierte mit seiner „Entdeckung“, der jungen oberösterreichischen Künstlerin Lia Pale, und getreuen Weggefährten im Rahmen des Festivals „Jazz im Hof“ im St. Pöltner Freiraum. Tips St. Pölten gab er backstage ein kurzes Spontaninterview.

Lia Pale – eine Welserin – war bereits vor zwei Jahren in der NÖ-Landeshauptstadt mit ihrer Produktion „Gone too far“ in Anlehnung an Schuberts „Winterreise“. Diesmal ließ sie sich von den Dichtern Heinrich Heine und Rainer Maria Rilke inspirieren. „Ohne zu banalisieren, in Klischees abzudriften oder sich anzubiedern, trat Lia Pale damit den längst fälligen Beweis an, auf hohem Niveau und gleichwohl unterhaltsam Kunst- und Popmusik einen gemeinsamen Nenner ebnen zu können“, heißt es in einer Kritik treffend. Rüegg ist Mentor der jungen, hochbegabten oberösterreichischen Künstlerin, arrangiert Stücke und begleitet sie u.a. am Klavier.
Das von Rüegg ursprünglich im Jahre 1977 gegründete und in späteren Jahren immer wieder umbesetztes Vienna Art Orchestra wurden im Jahre 2010 von ihm mit den Worten „Game over“ aufgelöst. Gründe dafür seien eine „chronische Unterfinanzierung“ und ein „Nachfragerückgang“ gewesen. Musikexperten warfen damals u.a. auch der österreichischen Kulturpolitik mangelndes Engagement und zu zaghafte Unterstützung des weltbekannten Orchesters vor, in dem Jazz-Musiker spielten, die heute zum Teil weltweit tätig sind und höchstes Ansehen genießen.
Rüegg komponierte und arrangierte sowohl für Jazz-Formationen als auch klassische Ensembles und vermengte beides nicht selten. Er war auch ein wichtiger musikalischer Begleiter des großen Theatermachers George Tabori.
Im Spontaninterview mit Tips St. Pölten äußert sich Rüegg zu einem möglichen Comeback des Vienna Art Orchestra, streift die österreichische Kulturpolitik und nennt herausragende Musiker mit Zukunft. (Siehe Interview: Bin kein Nostalgiker)
Kontakt Redaktion Tips St. Pölten / Werner Pelz, Mobil: 0676 700 11 75 / Mail: w.pelz@tips.at oder we_pe@gmx.at / Post: W. Pelz, Postfach 39, 3101 St. Pölten


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden