Abschluss des Injoest-Forschungsprojekts über die Juden aus dem NÖ Zentralraum
ST. PÖLTEN. Zum Jahrestag der Reichsprogromnacht von 1938 fand vergangene Woche die Schlussveranstaltung des Citizen Science-Projekts „Unsere vertriebenen Nachbarn“ statt.

Nach einem Gedenken an die vernichtete jüdische Gemeinde St. Pölten bei der ehemaligen Synagoge ging es weiter ins Bildungshaus St. Hippolyt. Das Historiker-Team des Instituts für jüdische Geschichte Österreich rund um Christoph Lind und Philipp Mettauer präsentierte dabei Erfahrungen und Ergebnisse des im Frühjahr begonnenen Projekts.
Alte Dokumente gefunden
Teilnehmerin Martina Fink, die mit ihrem Mann Roland vor zweieinhalb Jahren ein Haus in Wilhelmsburg gekauft hat, stieß beim Durchforsten auf alte Dokumente von Helga Bandion (geb. Matusch), der ehemaligen Besitzerin des Hauses. Diese belegen, dass Bandion jüdische Wurzeln hatte und einige ihrer Verwandten den Zweiten Weltkrieg nicht überlebten. Lind und Mettauer lasen aus Bandions Tagebuch vor und wagten Einblicke in die Gedankenwelt des damals jungen Mädchens, das als Halbjüdin vom Holocaust verschont blieb.
Überlegungen für Gedenkstationen in St. Pölten
Darauf erzählte die St. Pöltnerin Tina Frischmann, warum sie vor zwei Jahren begann, aus Dokumenten die Fluchtgeschichte ihrer ebenfalls aus Wilhelmsburg stammenden jüdischen Familie zu rekonstruieren. Roswitha Hammer vom Verein „Steine der Erinnerung„ stellte ein Projekt in Wien vor, bei dem 430 „Stationen der Erinnerung“ zum Gedenken an ermordete Juden, Widerstandskämpfer sowie Roma und Romnija errichtet wurden. Bei der Abschlussdiskussion verriet Instituts-Direktorin Martha Keil, dass es bereits Überlegungen für Gedenkstationen in St. Pölten gibt.


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