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Kulturmanagerin untersagt Veranstalter Zutritt zu seinem eigenen Event
ST. PÖLTEN/NÖ. Für den Lions-Club richtete Remigius Rabiega eine Veranstaltung in der Bühne im Hof aus und bezahlte dafür Miete. Das Skurrile dabei: Er selbst durfte nicht hinein.

„Ich darf Sie leider nicht hineinlassen“, bekam Remigius Rabiega von „bestmanagement“ von einem Mitarbeiter der Bühne im Hof gesagt und dachte, er höre nicht richtig. „Entschuldigung, das ist eine von mir organisierte Veranstaltung“, entgegnete der seit fünf Jahren im Raum St. Pölten erfolgreiche Kultur-Veranstalter in Gegenwart des Tips-Redakteurs. Er hatte für den Lions Club den Künstler Gerold Rudle engagiert und alles vorbereitet. Der Billeteur fragt nochmals nach und kommt nach einigen Minuten mit zwei Personen zurück. Peinliche Situation im Foyer der Bühne im Hof „Wir haben Anweisung von der Geschäftsführung, dass wir Sie nicht hinein lassen dürfen“, verlautet sein Kollege, er müsse diese Anweisungen befolgen. Auch Lions-Chef Franz Karner, der Rabiega mit der Austragung der Veranstaltung beauftragt hat, war von der nun bereits laufenden Kabarettvorstellung aus dem Zuschauerraum ins Foyer gewechselt. Die Sache ist ihm sichtlich peinlich. Er ist über das Zutrittsverbot von Rabiega schwer verärgert, wolle aber die Veranstaltung ruhig über die Bühne bringen. Ihm sei ebenfalls von der Geschäftsführung sinngemäß erklärt worden, dass Rabiega nichts in der Bühne im Hof zu suchen habe. Der Grund: Er sei Konkurrent und habe Hausverbot. Rabiega versteht die Welt nicht mehr: „Wir veranstalten hier eine Benefizveranstaltung, zahlen der Bühne im Hof, die ja mit hohen Steuermitteln subventioniert wird, eine erhebliche Miete und dann das!“ – Rabiegas Nachsatz: „Ich fühle mich diskriminiert“. „Lassen Sie mich in Ruhe“ Wäre ihm der Eintritt auch bei einer der vielen Kulturveranstaltungen verwehrt, wenn er etwa anonym eine Karte kaufte? Bühne-im-Hof-Managerin Wunderer dazu befragt: „Lassen Sie mich in Ruhe. Ich brauche mich dazu nicht rechtzufertigen“. Man lebe schließlich in einer Demokratie und sie könne frei über ihr Handeln entscheiden. Auf die Feststellung von Tips St. Pölten, wonach die Bühne im Hof eine vom Land NÖ verwaltete und mit Steuermittel erhaltene Kulturinstitution sei und überdies für die Benützung ein Mietentgeld bezahlt werde, legt Wunderer auf. Gessl: „Verwundert“ Der Chef der NOEKU (Niederösterreichische Kulturwirtschaft), Paul Gessl, unmittelbarer Vorgesetzter Wunderers, zeigt sich vom Vorfall „verwundert“, will die Sache aber intern klären und ein Gespräch mit der Verantwortlichen „Bühne im Hof“-Chefin führen. >> KOMMENTARKONKURRENZ ALS DELIKT Vor ihrem Abgang in die wohlverdiente Pension will es die Chefin der „Bühne im Hof“ offenbar noch einmal genau wissen. Warum sie Veranstalter Remigius Rabiega von „bestmanagement“, der sich nichts zu Schulde kommen hat lassen, den Eintritt in den Kulturtempel des Landes NÖ in St. Pölten verwehrt, weiß aber wirklich nur sie. Noch erstaunlicher: Rabiega hat die Veranstaltung im Auftrag des Lions Club selbst organisiert und hiezu noch Miete entrichtet. Und das gar nicht so wenig, wie man hört. Wenn es wirklich so ist, dass die “Bühne im Hof“-Chefin Konkurrenz als Delikt erachtet, wie erzählt wird, und dies der Grund für das „Betretungsverbot“ ist, dann dürfte die Managerin vergessen haben, dass sie eine mit Steuermittel hochsubventionierte öffentliche Einrichtung verwaltet und nicht ihre private Firma. ______________________________________________________________________________________ Hinweis: Aufgrund einer falschen Programmierung sind derzeit unrichtige Kontaktdaten für die Redaktion St. Pölten angeführt. Nach wie vor ist die Redaktion aber unter Mobil: 0676 700 11 75 bzw. Mail w.pelz@tips.at oder we_pe@gmx.at erreichbar. Wir ersuchen um Verständnis.


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