Bomben in St. Pölten: Gefährliche Relikte schlummern im Erdreich
ST. PÖLTEN. Bis zu 500 Bomben könnten sich noch auf St. Pöltner Stadtgebiet befinden. Eine Entschärfung eines intakten Sprengsatzes kann einen Privaten bis über 100.000 Euro kosten.

Der gestrige Fund einer Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg im Bereich der Austraße, erinnert an eine schreckliche Hinterlassenschaft aus der grauenhaften Zeit des Zweiten Weltkrieges, der bereits 70 Jahre vorbei ist.
Immerhin, so wurde dokumentiert, sind in den letzten Kriegsmonaten zwischen 3000 und 5000 Fliegerbomben auf die Traisenstadt abgeworfen worden. Wenn die Statistik stimmt, wonach zehn Prozent dieser hochgefährlichen Waffen nicht hochgeht, könnten im schlimmsten Fall noch 500 Bomben im Erdreich schlummern. Gefährlich sind die chemischen Zünder an den Bomben. Diese werden mit zunehmendem Zeitfortschritt instabil und könnten zur Detonation des Bomben-Sprengstoffs führen.
Obwohl es im Magistrat einen sogenannten Bombenkataster gibt, der anhand von britischen und amerikanischen Archiven erstellt wurde, weiß niemand ganz genau, wo alle abgeworfenen Sprengsätze liegen. Denn über die Bombenabwürfe haben nur Briten und Amerikaner Buch geführt und diese zur Verfügung gestellt. Möglicherweise wurden aber auch schon mehr dieser Mordsgeräte gehoben, als bisher bekannt. Denn obwohl Pflicht zur Meldung für die Bergung einer Bombe herrscht, wurde eine solche oft unterlassen. Vor allem in den unmittelbaren Jahren nach dem Krieg.
Übrigens: Wer eine Bombe auf seinem Grund und Boden findet, muss die Bergung aus der eigenen Tasche berappen. Und das kann teuer werden - und zwar bis über 100.000 Euro.
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