Frequency: Einsatzkräfte waren weniger gefordert
ST. PÖLTEN. Einen Tag kürzer und die Konkurrenz anderer Großereignisse, wie etwa das „Lake-Festival“ am Schwarzl-See bei Graz, spülten heuer weniger Besucher ins Frequency-Gelände nach St. Pölten als in den verwichenen Jahren. Nach inoffiziellen Berichten sollen es 10.000 Gäste pro Tag weniger gewesen sein. Dafür wurden in den letzten Minuten viel mehr Gratis-Tickets verlost als sonst, worüber sich zahlreiche kleine Glücksritter freuten.

Auch wenn sich die Einsatzkräfte nicht über mangelnde Betätigungsfelder beschweren konnten, aber auch sie merkten, dass beim heurigen Frequency-Festival weniger los war, als in den Jahren davor. „Es lief disziplinierter ab, als sonst“, heißt es etwa seitens der Exekutive. „Im Vorjahr hatten wir mehr Versorgungen zu leisten“, erklärt der Nachteinsatzleiter des Roten Kreuzes Gerhard Heilig im Interview mit Tips St. Pölten.
Vor Mitternacht von Samstag auf Sonntag, also dem Höhepunkt der Party, gab es erst insgesamt 1.200 Versorgungen. „Im Vorjahr waren es da schon 1.500“, so Heilig zur fortgeschrittenen Stunde am Sonnabend. Vor allem Schnittverletzungen, Magen-Darm-Verstimmungen und Prellungen habe es gegeben. Aufgrund des Wetters bleiben auch Kreislauf-Kollapse unter den Erwartungen, ebenso wie Wespen- und Bienenstiche. Dafür ein paar Unterkühlungen, vor allem am ersten Tag des Festivals. Und natürlich Alkohol- und manch Drogenprobleme. Insgesamt zählte das Rote Kreuz bis Festivalende an die 1.500 Versorgungen. Knapp über 90 Personen mussten ins Spital verbracht werden.
„Logistische Herausforderung“
Für das Frequency-Festival wurden etwa insgesamt 10.000 Freiwilligenstunden von 450 Ehrenamtlichen der Rettungsorganisationen geleistet. Nächtens sind zuerst 120 ab 1 Uhr dann nur mehr 80 Freiwillige des Roten Kreuzes im Einsatz, da dann die Bühnen nicht mehr bespielt werden. „Es ist aber eine logistische Herausforderung“, so Heilig. Daher kommen auch Freiwillige gern aus anderen Bundesländern um hier zu lernen.
Weniger Strafdelikte als sonst
Es gab wenig Raufhandel, dafür - wie immer - zahlreiche Diebstähle und Vandalenakte. Vor allem Zeltschlitzer fanden ein breites Betätigungsfeld. Sie hatten es auf Habseligkeiten des Party-Volks abgesehen. Die Polizeiinspektion Spratzern - zwischen VAZ und Merkur-Markt - war dann erste Anlaufstelle für Anzeigen der teilweise sehr zerknirschten Opfer. Dort bebte es bei der Aufnahme der Opferdaten mitunter erheblich, was durch die nahen Bühnen und deren Boxen, aus dem der satte Bass-Sound hämmerte, bedingt war. Über 150 Anzeigen wurden verzeichnet. Und natürlich führte die Exekutive auch Alkoholtests durch. Das Festival fand dann sein Finale im (erwarteten) Verkehrsstau am Sonntag.
43.000 Besucher pro Tag
Die Veranstalter sprechen offiziell von insgesamt 130.000 Besuchern, das wären für die drei Festivaltage pro Tag im Schnitt etwa 43.000 Personen, die zusätzlich die Landeshauptstadt bevölkerten.
Die in Interviews mit Frequency-Besuchern immer wieder hervorgehobene Band „Linkin Park“ dürfte sich auch vor der Bühne des meisten Zuspruchs erfreut haben.
Kurzinterview mit Einsatzleiter Gerhard Heilig
Die Hinterlassenschaft am Traisenufer hatte es dann allerdings in sich: Siehe Berichte


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