Jugendliche: 'Rauchen ist dummes Suchtverhalten' (mit Studiengrafik)
ST. PÖLTEN. “Tschicken“ hat unter Niederösterreichs Jugendlichen einen schlechten Stellenwert. Zumindest belegt das der zweite Teil einer Studie des IFES-Insituts die gestern in St. Pölten präsentiert wurde.

Um die Palette an Leistungen im Bereich des Nichtraucherschutzes zu optimieren, sei im vergangenen Jahr eine landesweite Umfrage zu den Rauchgewohnheiten von Erwachsenen in Auftrag gegeben worden, erklärt der für derartige Angelegenheiten zuständige Landesrat Maurice Androsch (SP). Weil die Ergebnisse zeigten, dass pro Jahrzehnt durchschnittlich um ein Jahr früher mit dem Rauchen begonnen werde, sei auch die GRuppe der Jugendlichen und ihre Verhaltensweisen in Sachen Rauchen in die Studie aufgenommen worden.
Und demnach gelangte man nach 918 Interviews mit Jugendlichen der 7. bis 9. Schulstufe zu der Erkenntnis, dass Jugendliche Rauchen als ein Suchtverhalten erkennen und mehrheitlich als „dumm“ bezeichnen. Demgegenüber steht allerdings die Tatsache, dass Jugendliche immer früher zu rauchen beginnen, meint Androsch. Zufrieden zeigte sich der Landesrat über das hohe Gesundheitsbewusstsein und das Wissen über das Risiko bei Jugendlichen. Die Investitionen in die Präventionsarbeit würden sich auszahlen. Wissensdefizite gebe es hingegen über die Schädlichkeit von sogenannten Light-Produkten und neuen Alternativen zur herkömmlichen Zigarette, wie Shisha, E-Shisha und E-Zigaretten. Die Ergebnisse der Studie seien ein klarer Auftrag, noch mehr zu tun und noch spezifischere Hilfestellungen an junge Raucherinnen und Raucher zu geben, betonte der Landesrat. Androsch bedankte sich bei den Schulen und den vielen Jugendlichen, die an der Studie teilgenommen haben, für ihr Engagement.
„Sehr viele Jugendliche wissen über die Gefahren des Rauchens genau Bescheid“, trotzdem spiele die Neugier einen entscheidenden Faktor, so Reinhard Raml von IFES. Laut der Studie bezeichnet sich ein Drittel der Jugendlichen als Raucher. Das durchschnittliche Erstkonsumalter liege bei rund zwölf Jahren. Auf die Frage, warum regelmäßig geraucht werde, wurden als Hauptgründe Stresskompensation, Entspannung, Gruppendruck und Geschmack angegeben.
Gesundheitspsychologin Alexandra Bereggio stellte fest, je später Kinder und Jugendliche mit Tabak in Berührung kommen, desto geringer sei die Wahrscheinlichkeit einer dauerhaften Abhängigkeit. Gerade die Vorbildwirkung der Eltern werde hier oftmals unterschätzt.
Verwiesen wurde bei der Pressekonferenz auch auf das von der NÖ-GEbietskrankenkasse ins Leben gerufene „Rauchfrei-Telefons“ unter 0800 810 013.


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