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300 Flüchtlinge gestrandet: Elend, Erschöpfung aber auch Hoffnung ins Auge geblickt (mit Fotoserie und Video)

Leserartikel Werner Pelz, 14.09.2015 21:28

ST. PÖLTEN. Völlig erschöpft und meist wortlos verließen jene etwa 300 Flüchtlinge - darunter viele Familien mit Kindern - die sechs Busse, die sie von der österreichísch-ungarischen Grenze nach St. Pölten brachten. Video von Ankunft und Unterbringung

  1 / 7   Völlig Erschöpft steigen die Flüchtlinge aus. Eigentlich wollen sie weiter nach Deutschland. Foto: Pelz

„Es berührt, die Menschen auf der Flucht zu sehen, das ist belastend. Ich kann jetzt ein wenig verstehen, was mir mein Großvater erzählt hat von seinen Erlebnissen“, bringt es Wolfgang Brückler, Rot-Kreuz-Bezirkskommandant in St. Pölten auf den Punkt. Es sei ihm, frei nach dem Leitsatz des Roten Kreuzes (RK), wichtig, „Menschen in Not und Menschen die unsere Hilfe brauchen, durch die Kraft der Menschlichkeit zu unterstützen“.

„Jetzt werden die Menschen einmal versorgt, erhalten Essen und ein Bett, sowie bei Bedarf ärztliche Hilfe“, erlärt RK-Bezirksstellenleiter Werner Schlögl den weiteren Verlauf. Man sei auf einiges vorbereitet und eingerichtet. Für die zahlreichen Kinder gebe es auch Spielecken, für stillende Mütter auch Stillecken.

Wenngleich die angekommenen Menschen vordergründig froh sein würden, Nahrung und ein Dach über dem Kopf zu haben, „werden sie ohne weitere Perspektive zu haben den Ort der Notschlafstelle in den nächsten Tagen verlassen um sich wieder auf den Weg - wahrscheinlich Richtung Deutschland - zu machen“, glaubt Schlögl. Gerade für Familien mit Kindern könne das auch gefährlich sein.

Flüchtlinge wollen weiter

Und gerade als sich Schlögl und Brückler im Gespräch mit Tips St. Pölten befinden, kommt eine Rot-Kreuz-Mitarbeiterin aus der Halle und erzählt, „dass viele weg von da wollen. Die wollen nach Deutschland und sagen das auch“. Aber die meisten wirkten jetzt einmal sehr erschöpft. “Wer Hilfe benötigt und annimmt, dem wird sie auch gewährt“, meint der Führungsoffizier der Hilfsorganisation, „wir können aber niemanden dazu zwingen“. So hatten sich bereits drei Flüchtlinge nach dem Verlassen des Busses dafür entschieden, die Notschlafstätte nicht zu beziehen, sondern sich auf den Weg - mit unbekanntem Ziel - zu machen. 

Quartier bis Oktober verfügbar

„Die Hallen des Wirtschaftshofs stehen jetzt einmal bis Ende Oktober für die Flüchtlinge zur Verfügung und bei Bedarf auch länger“, erklärt Bürgermeister Matthias Stadler. Sie seien auch bis 18 Grad beheizbar. Werden sie dann für den Winterdienst benötigt, gebe es - falls noch notwendig - auch die Überlegung, Flüchtlinge umzuquartieren.

Sachspenden werden seitens der Caritas derzeit KEINE weiteren mehr benötigt. Dafür aber Freiwillige, die die Flüchtlinge zu Tages- und/oder Nachtzeiten betreuen können. Die Caritas, die diese Hilfsdienste koordiniert, ersucht bei Bereitschaft zur Hilfe die Nummer 0676/83 844 302 (am besten per SMS) zu kontaktieren. Aufrufe und weitere Info und Kontaktmöglichkeiten über die Facebookseite der Caritas: https://www.facebook.com/CaritasStPoelten

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Kontakt Redaktion Tips St. Pölten: Werner Pelz, Mobil: 0676 700 11 75 // Mail: w.pelz@tips.at oder we_pe@gmx.at // Post: W. Pelz, Postfach 39, 3101 St. Pölten


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