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Tschechien im Würgegriff der Atomlobby - SP-Protest gegen neue Atommeiler an Österreichs Grenzen

Leserartikel Werner Pelz, 23.06.2015 18:02

ST. PÖLTEN/NÖ/PRAG. In einem nationalen Aktionsplan für die Entwicklung der Atomenergie-Industrie betont die tschechische Regierung, unverzüglich mit der Vorbereitung des Baus eines zusätzlichen Reaktors im südmährischen Atomkraftwerk Dukovany sowie im südböhmischen Temelin zu beginnen. Und das in unmittelbarer Grenznähe zu Österreich.

SP-Stadler und Weninger auf Anti-Atom-Kurs. Beide rufen zur Protestaktion gegen geplante neue AKW an Österreichs Grenzen auf. Foto: Privat

Die beiden bereits existierenden Uralt-Atommeiler Temelin und Dukovany stehen in unmittelbarer Nähe zu Österreichs Grenze, was enorme Risiken in sich birgt. Allein im AKW Temelin gab es in den letzten Jahren mehrere hundert Störfälle, noch dazu befindet sich Temelin in einer erdbebengefährdeten Zone. Nicht auszudenken, wenn hier einmal etwas passiert.

 “Atomenergie ist nicht eine Energieform wie jede andere. Sie hat ein einzigartiges Gefahrenpotenzial und so sind 30 Jahre nach dem Unfall von Tschernobyl immer noch große Teile Weißrusslands, Russlands und der Ukraine schwer verseucht und die menschlichen sowie wirtschaftlichen Folgen der Katastrophe werden noch viele Generationen lang andauern“, erklärt SPNÖ Landesparteichef und St. Pöltens Bürgermeister Matthias Stadler.

Tschechiens Atomenergie muss wie in jedem Land auch mit Milliarden Euro gestützt werden, wodurch eine enorme Wettbewerbsverzerrung zu anderen Energiegewinnungsmethoden entsteht. Auch im Fall eines Unfalls gibt es keine geregelte Haftung gegenüber Geschädigten und Drittstaaten. Vor allem die Lagerung von Atommüll ist nach wie vor nicht geklärt. Dennoch hat die Atomlobby in ganz Europa wieder die meisten Regierungen fest im Griff und hat sich in vielen Entscheidungsgremien erfolgreich eingekauft.

Stadler und SP-Umweltsprecher Hannes Weninger begrüßen „den konsequenten Weg der Österreichischen Anti-Atompolitik der Bundesregierung und aller Parlamentsfraktionen. Es gibt einen klaren Anti-AKW Konsens in Österreich, der immer wieder erneuert werden muss, um auch den politischen Druck auf unsere Nachbarn zu erhöhen“.

Mit einer Protest-Email-Aktion an die tschechische Regierung soll der Widerstand gegen die Ausbaupläne der Atomkraftwerke zum Ausdruck gebracht werden und die tschechische Regierung wird aufgefordert, aus der Atomenergie auszusteigen. Auf http://protest.noe.spoe.at können BürgerInnen ab heute eine vorgefertigte Email versenden, mit der man den tschechischen Premier Bohuslav Sobotka und den Handels- und Industrieminister Jan Mladek auffordert, die Pläne zum Ausbau der Atomreaktoren zurückzunehmen.


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