Domplatz: Offener Brief an Josef Wildburger von Martin Bosch
ST. PÖLTEN. Die lebhafte und erfrischende Diskussion um Status Quo und Zukunft des Domplatzes ist voll entbrannt. Argumente und manchmal auch Befindlichkeiten prallen aneinander. Es ist gut, dass diskutiert wird! (WP) Im Folgendenden ein offener Brief - ungekürzt und unverändert - von Martin Bosch, Kommunikationsberater.

Lieber Josef Wildburger!
vielen Dank an Dich und alle in der Sache Engagierten. Ergänzend zu Deinem Statement „…. einen Schatz, den wir gut brauchen können: zur Identitätsstiftung, zur Imagebildung, zur Selbstwertbildung. Zukunft braucht Herkunft: St. Pölten war schon zur Römerzeit viel bedeutender als bisher vermutet und hat diese Stellung im Lauf der Geschichte immer wieder eingenommen.
Zentrum war und ist der Domplatz, nun als Mittelpunkt der St. Pöltner Kulturachse, …!“: Wir dürfen nicht vergessen, dass wir ab 2017 (Dank an unseren Herrn Landshauptmann! Kostenpunkt kolportiert: ca. 2,5 MIO!) in St. Pölten EIN „Haus der Geschichte!“ beherbergen werden. Hier eine inhaltliche und räumliche Verbindnung herzustellen (Stichwort: www.kulturachse.at) und zu pflegen halte ich für sehr wichtig.
Einen Perspektivenwechsel zum leidigen Thema Auto-Abstellplätze möchte ich noch anregen. Innerstädtische Lagen stehen generell vor gewaltigen Herausforderungen: der massive Kaufkraftverlust an den Online-handel hat erst begonnen, die EKZ an den Stadträndern rüsten gerade allesamt ordentlich auf, das Mobilitätsverhalten ist im totalen Wandel, die Führerscheinneulinge in Wien nehmen bspw. bereits spürbar ab, das Auto verliert bei den Jungen an Statussymbol-Kraft stetig, …. Also habe ich bei einer Diskussion vor diesem Hintergrund die Frage gestellt: Kann mir jemand im Saal ein wirkliches drängendes Problem nennen, dass wir mit bspw. 50 Dom-Platz-Parkplätzen auf Dauer besser lösen können als ohne? Die Antwort: Stille im Saal!
Alles andere von Dir ins Treffen geführte unterstreiche und verbreite ich gerne. Dies gilt insbesondere natürlich für den unschätzbaren Wert den ein Platz darstellt, der ein Platz ist, weil er eben Platz bietet. Für Bewohner, Besucher, Touristen, in der Stadt Arbeitende, …
Die Diskussion um Parkplätze am Domplatz ist aus meiner Sicht eine Katastrophe. Sie wirkt jeder Wertschöpfung entgegen und zerstört mühsam aufgebautes Imagekapital!
Beste Grüße, Martin Bosch
Auf diese im Artikel angeführten Wortmeldungen bezieht sich Bosch hier klicken
Siehe weitere Artikel zum Thema:
Wildburgers Grant gegen VP-Gemeinderäte
Stadler Sicht der (Domplatz-)Dinge
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