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ST. PÖLTEN. Eigentlich ist Georg Loichtl ein äußerst umtriebiger, vielbeschäftigter und kreativer Gastronom. Bei vielen Events ist er ein gern engagierter Caterer. Vom Stammhaus des Traismaurers in St. Pölten eroberte Loichtl die Gastrowelt im Zentralraum und expandierte mit einer neu gegründeten Gesellschaft und völlig neuem Marketingkonzept sogar nach Wien. Mit Folgen. „Es lief leider nicht so, wie wir uns das vorgestellt habe“, erklärt Loichtl im Gespräch mit Tips St. Pölten.

Beliebter Gastronom, Georg Loichtl, musste mit einer seiner Gesellschaften - der Masta George Gastronomie GmbH - ein Sanierungsverfahren anmelden. Obwohl sich seine Burger-Kreationen innerhalb kürzester Zeit größter Beliebtheit erfreuten. Foto: Wöll

2013 Zeit hatte Paradegastronom Georg Loichtl über eine in diesen Tagen recht beliebte Finanzierungsform – dem Crowdfunding (also eine Form der Kreditgewährung und Beteiligung durch Private) ein neues, erfolgsversprechendes Gastrokonzept entworfen. Er kreierte seine eigenen Burger und bot diese in seiner ersten Wiener Filiale, dem Restaurant „Burgermasta“ in der Währingerstraße 33, 35 im neunten Bezirk an. Loichtl – bestens vernetzt – konnte die Eröffnungsgäste sogar mit drei „Burgamasta“, nämlich mit dem Wiener Stadtoberhaupt Michael Häuptl, seinem St. Pöltner Amtskollegen Matthias Stadler und auch dem Traismaurer Stadtchef Herbert Pfeffer überraschen. Das Konzept kam sehr gut an.

65 Gläubiger und 19 Arbeitnehmer betroffen

Ein weiteres Lokal wurde im Einkaufszentrum „Citygate“, im 21. Wiener Bezirk eröffnet. Dem sollten weitere Filalen auf Franchisbasis in ganz Österreich folgen. Daraus wird vorerst nichts. Denn der Unternehmer geriet mit seiner Masta George Gastronomie GmbH, 3100 St. Pölten ins Trudeln und hat beim Landesgericht in ST. Pölten Antrag auf Eröffnung eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung gestellt. „Vor allem der zweite Standort kam nicht ins Laufen“, so Loichtl. Die Wahl auf diesen Standort wäre gefallen, weil dort ein Bauträger 1.200 Wohnungen errichten sollte, aber „die Wohnungen wurden zum Großteil nicht bezogen“. Auch eine Frequenz von 25.000 bis 30.000 Personen über eine öffentliche neue Bus-Anbindung sei von Planern und Beratern zugesagt worden. „Daraus wurde nichts“, ärgert sich Loichtl. Und auch der in Wien berüchtigte Bürokratismus machte dem Unternehmen einen Strich durch die Rechnung: Behörden-Genehmigungen kamen zu spät oder blieben aus. So durfte man einen geplanten Schanigarten gar nicht öffnen.  

Cowdfunder nicht betroffen

Nun stehen Aktiva von rund  265.000 EUR Passiva von ca. 822.624 EUR gegenüber, heißt es in einer Aussendung des „Österreichischer Verband CREDITREFORM“. 65 Gläubiger und 19 Arbeitnehmer seien betroffen. Den Gläubigern werde eine 20-Prozent-Quote auf zwei Jahre verteilt angeboten. Das Unternehmen soll saniert und fortgeführt werden. Betroffen sind allerdings nicht die „Crowdfunder“ und ihre Einlagen, die vollständig erhalten bleiben, sondern vorwiegend Lieferanten, Dienstleister und andere Gläubiger.

Markenstreit und Liquitätsprobleme

Weitere Ursachen lägen in einem Markenrechtsstreit (vormaliger Name Burgermasta Gastronomie GmbH), auf Grund dessen der gesamte bereits geplante und finanzierte Werbeauftritt geändert werden musste, schreibt „CREDITREFORM“. Das bestätigt Loichtl im Gespräch mit Tips St. Pölten: „Leider wurde von der beauftragten Werbeagentur der Name nicht ausreichend auf bereits vorhandene Markennamen geprüft. Damit gerieten wir in einen Rechtsstreit mit einem anderen Unternehmen“. Man hätte dies vielleicht auch rechtlich weiter ausfechten können, „aber unsere Juristen rieten uns davon ab“, und somit musste der Name von Burgermasta auf Masta George geändert werden, so der Gastronom. „Von da an ging es bergab“, erzählt Loichtl, „wir müssen nun unser komplettes Marketingkonzept neu überdenken“.

Dadurch musste eine weitere Finanzierung (Bankkredite) neben dem Crowdfunding gesucht werden. Der zweite eröffnete Standort brachte bald viel weniger Umsatz als prognostiziert was schlussendlich zu den nicht mehr tragbaren Liquiditätsproblemen mit der beschriebenen Konsequenz führte.

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