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Leserartikel Werner Pelz, 08.09.2015 23:40

ST.PÖLTEN/NÖ. Während die Junge Volkspartei die parteipolitische Jugendszene in NÖ dominiert, die SPÖ die Junge Generation und die Sozialistische Jungend ins Rennen schickt, um bei den Jungen zu punkten und die Blauen ihre Jungen im Ring Freiheitlicher Jugend organisieren, hört man von grünen Jungspunden eher weniger.

Seltene Wortmeldung der Jungen Grünen: Lisa Giese will endlich Bildungsreform. Foto: Private
Seltene Wortmeldung der Jungen Grünen: Lisa Giese will endlich Bildungsreform. Foto: Private

Ob es daran liegt, dass die Parteigrünen in Land und Gemeinden sowieso eher jüngeren Alters und daher der grüne Nachwuchs eine Randerscheinung in der eigenen Partei sind? Oder erachtet man Nachwuchsarbeit im klassischen Sinn - wie es eben VP, SP und FP betreiben - als weniger zielführend. Aber immerhin melden sich heute die „Jungen Grünen Niederösterreichs in Person von Lisa Marie Giese mit einer der eher seltenen Aussendung zu Wort. „Schule darf nicht sitzen bleiben“, heißt es da lakonisch, und schließt die Forderung nach einem „umfassenden Update des Bildungssystems“ an.

„Keine Chancengleichheit“„Seit Jahrzehnten scheint die Bildungspolitik in Österreich wie erstarrt“, stellt Giese fest, womit sie natürlich nicht unrecht hat, wie jeder gelernte Österreicher weiß. Jedes Jahr müssten sich deshalb Jugendliche beim Schulstart erneut mit einem krankmachenden System herumschlagen, so die junge Obergrüne. Ein System, das nicht auf Chancengleichheit, sondern Leistungsdruck setzt. „Anstatt auf die Stärken und Talente der einzelnen Schüler einzugehen wird versucht, sie alle zu standardisieren“, setzt Giese vor. “Jene Schüler die nicht in dieses Schema passen, bleiben einfach unbeachtet auf der Strecke.“

„Ignorierte Schülerwünsche“

Die Bundesregierung habe für November zwar eine Bildungsreform versprochen, jedoch befürchten die Jungen Grünen, dass sinnvolle und dringend notwendige Änderungen „wieder einmal auf Grund politischen Hick-Hacks ausbleiben werden“. Zudem kritisiert die Jugendorganisation, dass Reformen im Bildungssystem derzeit ausschließlich aus der Sicht von Erwachsenen angegangen werden. Die Forderungen und Wünsche der direkt betroffenen Schüler würden hingegen völlig ignoriert, unkt man bei den Junggrünen. „Es handelt sich um unsere Zukunft und unsere Bildung, trotzdem werden unsere Anliegen kaum berücksichtigt. Es darf keine Reform ohne die Einbindung der Schüler geben. Es ist Zeit für Veränderung, Schule darf nicht mehr sitzen bleiben“, kommt man auf den grünen Punkt.  

Depressionsgefahr Österreichs Bildungssystem sei von Ungleichheiten in Bezug auf Bildungschancen geprägt und fördere sogar Depressionen und den Verlust des Selbstwertgefühls, ist man sich bei den Jungen Grünen sicher. 

Ein umfassendes Upgrade sei daher längst überfällig. „Sei es das Recht auf Freizeit durch einen späteren Schulbeginn und das Streichen der Hausaufgaben, das Ende der willkürlichen Kategorisierung von Jugendlichen oder mehr Innovation im Fächerkanon, wir wollen Ideen der Schüler endlich in den Mittelpunkt stellen,“ stellt Lisa Giese abschließend fest.

Unter dem Hashtag ?#‎BildungUpgraden, vor ausgewählten Schulen Niederösterreichs und auf der Website http://noe.junge-gruene.at/bildungupgraden/ rufen die Jungen Grünen deshalb zur Sammlung von Vorschlägen für die Schule der Zukunft auf.


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