Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt
tips.at als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen

Patientensicherheit – kein Soll sondern ein Muss: NÖ-Kliniken wollen Vorreiter sein

Leserartikel Werner Pelz, 16.09.2015 14:26

ST. PÖLTEN/NÖ. Unter dem Schwerpunktthema „Hygiene und Vermeidung von Infektionen in Gesundheitseinrichtungen“ sind alle im Gesundheitswesen tätigen Unternehmen aufgerufen zu zeigen, was sie für die Sicherheit der Patienten leisten. Der erste „Internationale Tag der Patientensicherheit“ findet am 17. September statt.

Medizinischer Geschäftsführer der NÖ-Holding Markus Klamminger, Landesrat Karl Wilfing und Patientenanwalt Gerald Bachinger. Foto: LKH

In Niederösterreich sind im Gegensatz zu allen anderen Bundesländern alle Kliniken unter einem gemeinsamen Dach. Das ermöglicht einerseits strategische Planung und die Bildung von medizinischen Schwerpunkten an den einzelnen Standorten aber auch einheitliche Normen und Evaluierung in Sachen Patientensicherheit. Das Ziel Niederösterreichs sei, Erreichbarkeit in der Fläche und Schwerpunkte in der Spitzenmedizin zu gewährleisten. „Ein Beispiel für die umfassende Qualitätssicherung in den NÖ Kliniken ist die Messung von Ergebnisqualität aus Spitalsdaten, die in Niederösterreich bereits seit 2010 in Verwendung ist“, erklärt der zuständige Landesrat Karl Wilfing heute in einer Pressekonferenz in Begleitung von Patientenanwalt Gerald BAchinger und dem medizinischen Geschäftsführer der NÖ-Landesklinikenholding Markus Klamminger.

 Auffälligkeiten analysieren

Gibt es statistische Auffälligkeiten bei ausgewählten Indikatoren, werden die Krankengeschichten von Abteilungsvorständen aus ganz Österreich geprüft und im Anschluss gemeinsam in einem kollegialen Dialog Verbesserungsvorschläge erarbeitet“, erklärt Klamminger. Diese Art der Ergebnisqualitätsmessung wird Peer Review-Verfahren genannt. Ein weiteres Beispiel für noch mehr Patientensicherheit ist das Critical Incident Reporting System (CIRS), das von der Luftfahrt übernommen wurde und dazu dient, kritische Ereignisse zu erfassen und zu analysieren. Mitarbeiter haben dabei die Möglichkeit, Beinahe-Fehler anonym zu melden. Ziele des CIRS sind die Fehler- und Risikoprävention, die Weiterentwicklung und Stärkung der Sicherheitskultur in der Organisation, auf Patientensicherheit optimierte Strukturen und Prozesse, intensives Lernen aus Beinahe-Fehlern.

 Patientensicherheit stieg

„In den vergangenen Jahren sind sehr viele wichtigen Initiativen und Maßnahmen zur Hebung der Patientensicherheit erfolgt; wir sind auf dem richtigen Weg und weitere Schritte müssen noch folgen“, erklärtder NÖ-Patientenanwalt Gerald Bachinger im Gespräch.

Kritische Situationen trainieren

Es gibt auch zahlreiche Möglichkeiten für die Mediziner und Pflegemitarbeiter ähnlich wie Piloten am Flugsimulator, kritische Situationen zu simulieren und realitätsnah zu trainieren. Dafür wurde ein eigenes Simulationszentrum im Landeskliniken Hochegg eingerichtet.

Datenvollständigkeit bei Krebsbehandlung

Auch in der Krebsbehandlung werden neue Maßstäbe gesetzt. Dazu werden sämtliche Informationen wie Behandlungsergebnisse, interdisziplinäre Fallbesprechungen, Medikationen, etc. in einer gemeinsamen Datenbank gespeichert und damit zeit- und ortsunabhängig verfügbar. Wird ein Patient in einem Klinikum operiert und in einem anderen weiterbehandelt, sind alle Daten vollständig, auf dem aktuellen Stand und einheitlich dokumentiert.

Genau Analyse der Behandlung

Aktuell wird auf Pilotstationen in den drei Landeskliniken Wiener Neustadt, Scheibbs und Hainburg eine elektronische Medikationsunterstützung sowie teilweise eine voll integrierte medizinisch-pflegerische Dokumentation inklusive elektronischer Fieberkurve getestet, wobei die Integrationstiefe im Landesklinikum Hainburg am höchsten ist. In der papierlosen „Fieberkurve“ werden für jede Patientin/jeden Patienten individuell alle medizinischen Ereignisse und Werte dokumentiert. Dazu zählen unter anderem die Dokumentation von Operationen, Wunden, Kathetern oder Drainagen, die ärztlichen Anordnungen an das Pflegepersonal oder an Kolleginnen und Kollegen und die Codierung von Haupt-, Neben-, Aufnahme- und Entlassungsdiagnosen. Elektronische Leistungsanforderungen, wie beispielsweise eine Labor- oder Röntgenanforderung, können direkt aus der Fieberkurve getätigt werden.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden