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Leserartikel Werner Pelz, 09.11.2015 18:15

ST. PÖLTEN/TULLN. Was haben St. Pölten und Tulln gemein? Zumindest eine Diskussion über autofreie Plätze – oder besser – solche, die es noch werden sollen.

  1 / 3   Auch in Tulln fordern die Grünen einen autofreien Platz, nämlich den Hauptplatz. Hier befindet allerdings - anders als am St. Pöltner Domplatz - bereits eine Tiefgarage, die 2009 auf Betreiben des damaligen Bürgermeisters Willi Stift errichtet wurde, was gleichzeitig den Platz attraktivierte. Damals war die Opposition, einschließlich die Fraktion der Grünen strikt gegen eine Tiefgarage. Foot: Privat

 Wo in der Landeshauptstadt der Domplatz im Fokus der Forderung nach Autofreiheit steht, ist es in der „Nibelungen“-Stadt Tulln der Hauptplatz. Hie wie da fordern - nicht nur, aber jetzt erneut - die Grünen, dass aus diesen Zentrumsplätzen die Blechschüsseln verbannt werden. Allerdings mit einem eklatanten Unterschied: Unter dem Tullner Hauptplatz gibt es eine große Tiefgarage mittlerweile mit 700 Stellplätzen auf mehreren Etagen. Am St. Pöltner Domplatz ist dies aus verkehrstechnischen und auch archäologischen Gründen unmöglich. In ST. Pölten wollen SP und Grüne den autofreien Domplatz, wogegen sich die VP von Matthias Adl vehement stemmen.

Platz als „Wohnzimmer“

In Tulln bedienen sich die Jungen Grünen eines von Altbürgermeister Willi Stift geprägten Begriffs wonach der nach der Errichtung der Tiefgarage neu gestaltete Hauptplatz „das Wohnzimmer der Tullner“ sei. (Stift hatte nach einer ersten Ablehnung einer Tiefgarage durch die Bevölkerung in einem geschickten zweiten Anlauf, ein paar Jahre später, den Bau der Tiefgarage initiiert und erfolgreich durchgesetzt.)

Ganz autofrei ist der Tullner Hauptplatz aber eben nicht, da einige Stellplätze für Kurzparker verblieben und auch der Platz partiell befahrbar ist. Daran stoßen sich die Tullner Grünen und wollen das ändern.

Eindeutig auf der Seite der Tullner Grünen in dieser Thematik befinden sich auch die zweit- und drittstärkste Gemeinderatsfraktion, also SPÖ und die Bürgerliste TOP (Tullner ohne Parteibuch). Während Tulln bereits im Jänner 2015 gewählt hat, wird die Frage, ob der Domplatz autofrei werden soll oder nicht, zu einer wichtigen Frage des Wahlkampfs für das Jahr 2016.


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