Pröll: Keine Krise im Lande Niederösterreich (mit Fotoserie)
NÖ/ALTLENGBACH. Alle Jahre wieder hält die Führung der VPNÖ im Jänner eine Klausur ab, um Ziele – politischer und wirtschaftlicher Natur – abzusprechen. In einer folgenden Pressekonferenz werden Bilanz gezogen und Ausblicke auf zukünftige Aktivitäten geliefert.

Man möchte in einer sensiblen Entwicklungsphase in der sich die Republik derzeit befindet „alle Kraft aufwenden“ um „richtige Schritte“ in Niederösterreich zu setzen“, erklärte VPNÖ-Chef und Landeshauptmann Erwin Pröll vor Medienvertretern.
Es herrsche zwar eine „angespannte Arbeitsmarktsituation“. Im Dezember 2015 musste man auch erneut einen Anstieg der Arbeitslosenrate um 3,4 Prozent verzeichnen, dies sei allerdings ein geringerer Anstieg als im Österreichschnitt. „Die arbeitsmarktpolitischen Instrumentarien fruchten doch ein wenig“, so Pröll. Das für 2016 prognostizierte Wirtschaftswachstum von 1,9 Prozent würde zwar die Arbeitslosigkeit nicht verringern, dafür wäre ein Mindestwachstum von 2,5 Prozent nötig, aber man werde im laufenden Jahr für stärker von Arbeitslosigkeit Betroffene, wie ältere Personen, geringer Ausgebildete bzw. Langzeitarbeitslose weitere Maßnahmen ergreifen um gegenzusteuern. Dafür seien 255 Mio Euro vorgesehen. Dennoch sei die Zahl der unselbständig Beschäftigen mit etwa 600.000 die höchste Beschäftigungszahl in NÖ in der Zweiten Republik.
Pröll: „Keine Krise!“
Den derzeitigen Konjunkturaufwind – denn von einer Krise könne man hierzulande schon lange nicht mehr reden, so Pröll – wolle man nutzen, um wirtschaftspolitische Maßnahmen zu setzen. So wolle man etwa einen neuen Exportschwerpunkt setzen, um den 80 Mio Menschen großen Markt im Iran niederösterreichischen Unternehmen zugängig zu machen. Dies etwa im Bereich von Maschinen- und Anlagenbau, pharmazeutischen Erzeugnissen, Umweltschutz-, Wasserenergie- und Luftreinhaltetechniken. In den letzten Jahren war man vorwiegend auf den Märkten in der Türkei, Russland, den arabischen Emiraten, Großbritannien und den USA tätig.
Ziel: Export verdoppeln
Grundsätzlich habe man im verwichenen Jahr erstmals die 50-Milliarden-Euro-Grenze der NÖ-Wirtschaftsleistung (Bruttoinlandsprodukt: „BIP“) überschritten. Im Vergleich mit 196 Staaten der Welt würde Niederöstereich damit auf Platz 70 rangieren. Dabei sei der Export, der ebenfalls eine neue Benchmark darstelle, da man 2015 die 20 Milliarde-Marke knackte, ein wesentlicher Faktor. Deshalb wolle man auch weiterhin gezielt die internationale Märkte bearbeiten. „Denn eine Milliarde im Export bedeuten 11.000 Arbeitsplätze im Inland“, führt Pröll aus. Pröll erhoffe sich bis 2020 eine Verdoppelung des Exportvolumens von 50 auf 100 Mrd Euro. Mit der Wirtschaftsleistung des Landes NÖ lege man sogar vor Nationalstaaten wie Luxembourgh, Kroatien, Slowenien und Urugay.
„Steuerreform bringt Schubkraft“
Rückenwind brächte auch die Steuerreform, so Pröll, von der er sich eine Schubkraft, die den Konsum ankurbeln werde, erwarte. Außerdem führe diese zu einer Senkung der Lohnnebenkosten was wiederum die Investitionsfreudigkeit verstärke.
Spin-Off-Strategie entwickeln
700 Mio in die Wissenschaft und Forschung investierte Euro führten nun zu einer „Phase der Ernte“. Viele geförderte Einrichtungen und Unternehmen auf diesem Gebiet seien mittlerweile etabliert, brächten Wertschöpfung und führten zu Ansiedelung wissenschaftlichen Personals in Niederösterreich. Hier wurde Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav beauftragt, Strategien für die Entwicklung von Synergien in Form von neuen „Spin-Off-Betrieben“ zu entwickeln. Das brächte neue Arbeitsplätze und führe zu einer Verbreiterung der Unternehmensstruktur in NÖ. Bohuslav habe auch Fragen der Finanzierung und Fördermöglichkeiten zu klären.
Glasfasern in benachteiligte Regionen
Investitionen in Höhe von 150 Mio Euro in den Breitbandausbau hätten positive Effekte auf Unternehmen und Arbeitsplätze in Regionen die nicht so florieren. Bis Ende des Jahres sollen weitere 10.000 neue Breitband-Anschlüsse durch Glasfaser-Verlegung erfolgt sein.
„Wohnen muss leistbar sein“
Mit einem Invest von 500 Mio Euro wolle man den Wohnbau forcieren. Einerseits seien Investitionen darin wichtig für die Konjunktur, so Pröll, andererseits wolle man damit auch einer sozialen Komponente Rechnung tragen. „Wohnen muss leistbar sein“, postuliert der Landeshauptmann. Der Bedarf im Wohnbau sei jedenfalls steigend. Im Übrigen überschritt man mit 700.000 Haushalten in NÖ erstmals diese Marke.
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